München, Ulm (epd). Forscherteams von sechs Unikliniken arbeiten gemeinsam an der Entwicklung einer Kurzzeittherapie gegen psychosoziale Probleme bei Long- und Post-Covid-Betroffenen. Das deutschlandweite Forschungsprojekt "PsyLoCo" soll jenen Menschen helfen, die auch Monate nach überstandener Infektion noch unter Folgen leiden, teilte die Ulmer Universitätsklinik am Montag mit. Dies seien rund zehn Prozent aller an Corona Erkrankten. Beteiligt sind außerdem die Universitätskliniken München, Magdeburg, Halle, Tübingen und Freiburg. Die Forscher gehen davon aus, dass es bundesweit mehr als 500.000 Betroffene gibt.

Neben den körperlichen Symptomen, zu denen andauernde Müdigkeit, Erschöpfung oder Konzentrationsschwierigkeiten ebenso wie Gedächtnisstörungen, Kurzatmigkeit oder ein veränderter Geruchssinn zählen könnten, kämen bei Betroffenen oft auch Ängste und depressive Verstimmungen hinzu. Die psychischen und sozialen Bedarfe und Bedürfnisse hätten bisher jedoch "eine eher randständige Position in der Forschung" eingenommen. Hier setze das Projekt "PsyLoCo" der sechs Universitätskliniken an.

Das Kernstück der aktuell laufenden Studie sei, eine "bewältigungsorientierte Kurzzeittherapie" zu entwickeln, die sich an den individuellen Bedürfnissen der Patienten orientiere, sagte der Ulmer Professor Harald Gündel. Inhaltliche Schwerpunkte der insgesamt zwölf Sitzungen seien Themen wie das Erlernen von Strategien zur bestmöglichen Bewältigung der Beschwerden. Nach Beendigung von Vorarbeiten würden nun volljährige Studienteilnehmer gesucht, die von Long- beziehungsweise Post-Covid betroffen sind, sich aber noch nicht in einer psychotherapeutischen Behandlung befinden, teilte die Uniklinik mit.