Rottendorf (epd). Die "Frankenwürfel" gehen diesmal an den Puppenspieler und -bauer Thomas Glasmeyer (Unterfranken), den Schausteller-Funktionär Lorenz Kalb (Mittelfranken) sowie an die Volksmusik-Expertin Carolin Pruy-Popp (Oberfranken). Wie die heuer federführende Regierung von Unterfranken am Freitag mitteilte, wurden die "fränkischen Nobelpreise" bei einem gemeinsamen Gansessen von Unterfrankens Regierungspräsident Eugen Ehmann und seinen Amtskolleginnen Heidrun Piwernetz (Bayreuth) und Kerstin Engelhardt-Blum (Ansbach) in Rottendorf überreicht.

Der "Frankenwürfel" - ein Porzellanwürfel - gilt als höchste fränkische Auszeichnung und wird auch scherzhaft "fränkischer Nobelpreis" genannt. Er soll das Prägende des fränkischen Charakters würdigen: das Wendige, Witzige und Widersprüchliche. Seit dem Jahr 1985 erhält ihn jeweils am 11. November - dem Tag des Frankenpatrons Martin - ein Unter-, Mittel- und Oberfranke. Heuer wurden die Auszeichnungen bereits zum 37. Mal vergeben. 2020 musste die Verleihung wegen Corona ganz ausfallen, den Preisträgern wurden die Würfel im November 2021 jeweils einzeln ausgehändigt.

Der dieses Jahr ausgezeichnete Unterfranke Thomas Glasmeyer ist eigentlich gar keiner - gebürtig kommt er aus Nordrhein-Westfalen, aufgewachsen ist er in Baden-Württemberg, erst über das Jura-Studium kam er nach Würzburg. Der mittelfränkische Preisträger Lorenz Kalb ist als Schausteller und als Vizepräsident des Deutschen Schaustellerbundes ein waschechter Franke - anders als die aus der Oberpfalz stammende Musikerin Carolin Pruy-Popp. Sie leitet die Beratungsstelle für Volksmusik in Franken in Bad Berneck und ist unter anderem bei der Volksmusikformation "BoXgalopp" aktiv.

Zu den Preisträgern der bisher 36 Auszeichnungs-Jahrgänge gehören unter anderem der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU), die Lyrikerin Nora Gomringer, der Fastnachter Bernd Händel, TV- und Sternekoch Alexander Herrmann sowie der frühere evangelische Ansbach-Würzburger Regionalbischof Christian Schmidt.