Hersbruck, Ansbach (epd). Der frühere Ansbacher Dekan (1997-2006) und Stellvertreter des Ansbach-Würzburger Regionalbischofs, Matthias Oursin, ist tot. Der evangelische Pfarrer starb bereits am vergangenen Mittwoch (3. September) nach längerer schwerer Krankheit im Alter von 82 Jahren, wie Pfarrer Günther Breitenbach im Auftrag der Familie mitteilte. Oursin wurde am 13. April 1943 in Berlin als fünftes von sechs Kindern geboren und ist in Coburg aufgewachsen. Er war verheiratet mit Christa Oursin und hat zwei Söhne.

Oursin studierte Theologie in Neuendettelsau, Heidelberg, Mainz und Erlangen. Nach seinem Vikariat in Nürnberg St. Johannis wurde er Pfarrer in Nürnberg-Boxdorf, Schulpfarrer am Gymnasium Hersbruck, Erster Pfarrer in Lauf und schließlich ab 1997 bis zu seinem Ruhestand Dekan in Ansbach und Stellvertreter des Regionalbischofs. Mehrere Jahre war er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Religionslehrkräfte an Gymnasien in Bayern. In der Landessynode war er in den Neunziger Jahren Sprecher des Arbeitskreises "Offene Kirche".

Ein besonderes Interesse Oursins galt der Diakonie. So initiierte er das Haus der Diakonie in Lauf und konzipierte noch im Ruhestand ein großes Betreutes Wohnen mit der Diakoniestation in Pommelsbrunn. 2018 entdeckte er Quellen, die den Euthanasie-Tod seines Cousins Gerhard Oursin während der NS-Zeit im Bezirksklinikum Ansbach belegten.

2020 erkrankte Oursin an Krebs, konnte aber bis zuletzt in seinem Haus in Hohenstadt bei Hersbruck verbleiben. Nachdem er am Vortag noch einmal das Heilige Abendmahl empfangen hatte, ist er am späten Vormittag des 3. September 2025 verstorben.