München (epd). Der Bayerische Gemeindetag warnt angesichts stark steigender Flüchtlingszahlen vor einer Überlastung im Freistaat und in Baden-Württemberg. "Wir haben jetzt aktuell im Jahr 2022 rund 360.000 Personen, die wir unterzubringen und zu betreuen haben", sagte der Präsident des Bayerischen Gemeindetages, Uwe Brandl, am Freitag im Interview mit dem Radiosender Bayern2.
Dies sei deutlich mehr, als der Verteilungsschlüssel für die beiden Bundesländer vorsehe, sagte Brandl, der auch Bürgermeister von Abensberg (Landkreis Kehlheim) ist. "Wir sind wirklich an kapazitiven Grenzen angelangt." Auch die ehrenamtlichen Helfer seien oftmals an ihrer Belastungsgrenze angekommen. Es brauche daher dringend eine Lösung auf bundesweiter und auch auf europäischer Ebene, um die Lasten gleichmäßig zu verteilen.
Außerdem brauche es neue Unterbringungsmöglichkeiten für Geflüchtete, forderte Brandl. Dies würde aber natürlich zu erheblichen Investitionen führen. Zudem sollten den Geflüchteten auch Wohnsitze zugewiesen werden können. "So schlimm das vielleicht für die Betroffenen ist, aber wir dürfen auf keinen Fall zulassen, dass die Gesellschaft überfordert wird." Vor allem der Krieg in der Ukraine hatte die Zahl an Geflüchteten in diesem Jahr stark ansteigen lassen.