München (epd). Nach Ansicht der bayerischen Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) besteht mit Blick auf die Gesundheit von Frauen weiter Forschungs- und Aufklärungsbedarf. Bayern setze sich unter anderem dafür ein, dass das Wissen über geschlechterspezifische Unterschiede in der ärztlichen Ausbildung und in der Ausbildung der Gesundheitsberufe stärker verankert werde, sagte Gerlach am Montagabend bei der Veranstaltung "Frauen und Gesundheit" des Landesverbands des Deutschen Juristinnenbundes und des Bayerischen Landesfrauenrats im Presseclub München.
So äußerten sich etwa Herzinfarkte bei Frauen anders als bei Männern und auch bei psychischen Erkrankungen gebe es geschlechterspezifische Unterschiede, sagte die Gesundheitsministerin. Krankheiten wie Endometriose oder Gebärmutterhalskrebs beträfen ausschließlich Frauen. In klinischen Studien seien Frauen als Probandinnen lange Zeit unterrepräsentiert gewesen.
Auch in der Arbeitswelt verdiene die Gesundheit von Frauen besondere Aufmerksamkeit, so Gerlach. Zur Chancengleichheit im Arbeitskontext gehöre etwa, dass auf Wechseljahresbeschwerden Rücksicht genommen werde. Die Ministerin will außerdem die Gesundheitskompetenz von Frauen stärken und eine Vorsorgeuntersuchung für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren sowie eine Vorsorgeuntersuchung in den Wechseljahren einführen.