München (epd). Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter der Deutschen Bahn (DB) fordert der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, EVG, Martin Burkert, mehr Personal und Sicherheitsvorkehrungen in den Zügen. "Sicherheit ist nicht verhandelbar", sagte er am Donnerstag dem Radiosender Bayern 2. 82 Prozent der DB-Mitarbeitenden hätten bereits einen verbalen oder körperlichen Übergriff erlebt. "Das sind schockierende Zahlen."

Die bisher eingeführten Sicherheitsmaßnahmen, wie Doppel-Bestreifung in den Bahnhöfen, seien "dringend notwendig", sagte Burkert. Allerdings fehle für die vorgesehene Begleitung durch Bundespolizei in den Fernverkehrszügen oft das Personal. "Besonders schwierig ist es im Personen-Nahverkehr. Da ist der Freistaat zuständig in Bayern. Und da fordern wir seit Langem eine Doppelbesetzung in den Zügen. Dann wäre das vielleicht verhinderbar gewesen", sagte Burkert.

Burkert fordert Bodycams und Notrufknopf

Auch die Ausstattung der Zugbegleiter müsse verbessert werden, etwa durch Bodycams mit Ton, wie bei der Polizei, oder durch einen Notrufknopf an der Armbanduhr. Um auf aggressive Bahnkunden reagieren zu können, werde das Personal mittlerweile entsprechend geschult. "In der Ausbildung haben wir durchsetzen können, dass es Selbstverteidigung und Kommunikations-Ausbildung gibt."

Bei der Fahrkartenkontrolle in einem Regionalexpress war der 36-jährige Serkan C. am Montagabend auf der Fahrt zwischen Landstuhl und Homburg von einem Reisenden ohne Fahrschein mit mehreren Faustschlägen gegen den Kopf attackiert worden. Der Bahnbedienstete starb an seinen Verletzungen. Die Deutsche Bahn zählte im vergangenen Jahr mehr als 3.000 Angriffe auf Bahnpersonal. Die Hälfte der Angriffe betreffe das Zugpersonal im Regionalverkehr.