München (epd). Bayern ist nach Ansicht von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auf einen großflächigen Stromausfall wie derzeit in Berlin gut vorbereitet. "Bayern ist gut gerüstet, um die Versorgungssicherheit der Bevölkerung und den Schutz Kritischer Infrastrukturen auch in Krisensituationen bestmöglich zu gewährleisten", sagte Herrmann laut Mitteilung am Dienstag in München.

Die Landratsämter, kreisfreien Städte und Gemeinden seien verpflichtet, Notfallpläne vorzuhalten und regelmäßig zu aktualisieren, sagte der Innenminister weiter. So könnten etwa in Krisenfällen kurzfristig Anlaufstellen für die Bevölkerung - sogenannte "Leuchttürme" oder "SOS-Punkte" eingerichtet werden. Bei einem langanhaltenden Stromausfall im Winter mit Frost seien auch umfangreiche Evakuierungsmaßnahmen vorgesehen. Die örtlichen Evakuierungspläne beinhalteten neben der kurzfristigen Belegung von Pensionen und Hotels auch die Einrichtung von notbeheizten Aufnahme- und Betreuungsstellen in Messen, Sport- und Veranstaltungshallen.

Konkrete Anschlagspläne liegen in Bayern derzeit nicht vor

Außerdem würden derzeit weitere Notstromgerätesätze beschafft, mit dem Ziel, mittelfristig alle 96 Kreisverwaltungsbehörden in Bayern auszustatten. Zudem werde die Ausstattung der 21 Fachgruppen Elektroversorgung des Technischen Hilfswerks (THW) mit leistungsstarken Notstromaggregaten vorangetrieben, so der Innenminister.

Konkrete Hinweise auf vergleichbare Anschlagspläne wie in Berlin lägen den Sicherheitsbehörden in Bayern derzeit nicht vor, sagte Herrmann. Er wies jedoch auf die zunehmenden Gefahren durch gezielte Sabotageakte oder Cyberangriffe auf die IT-Systeme von Stromversorgern hin. "Wir müssen uns für die wachsenden Herausforderungen noch gezielter wappnen und sicherstellen, dass unsere Kritische Infrastruktur bestmöglich geschützt ist", betonte der Innenminister.