Nürnberg (epd). Die israelisch-palästinensische Versöhnungsinitiative "Parents Circle - Families Forum" (PCFF) erhält am Sonntag (21. September) den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis. Oberbürgermeister Marcus König (CSU) überreicht die Auszeichnung im Nürnberger Opernhaus an zwei Vertreterinnen der Nichtregierungsorganisation (NGO), teilte die Stadt mit. Die Laudatio hält Jury-Mitglied Noa Karavan-Cohen, Tochter des israelischen Künstlers Dani Karavan. Steffen Seibert, deutscher Botschafter in Israel, habe eine Videobotschaft angekündigt.

Die Israelin Robi Damelin und die Palästinenserin Laila AlSheikh reisen nach Nürnberg, um den mit 25.000 Euro dotierten Menschenrechtspreis entgegenzunehmen. "Parents Circle - Families Forum" setzt sich der Mitteilung zufolge seit 1995 für die Versöhnung zwischen Israel und Palästina ein. Die Initiative bestehe aus Familien, die durch den Nahostkonflikt einen nahen Verwandten verloren haben. Die NGO agiere von zwei Büros aus in Ramat Efal in Israel und in Beit Jala im Westjordanland. Auch nach dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 setzte sie ihre Arbeit fort.

Die Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg (IKG) hatte die Auswahl der Preisträger bereits nach der Bekanntgabe kritisiert. Die Initiative setze die Opfer des Terrorismus gleich mit den Opfern unter den Terroristen. Oberbürgermeister König hatte die Entscheidung der Jury, der er auch angehört, verteidigt: "Wir suchen Brückenbauer."

Am Morgen vor der Verleihung des Internationalen Menschenrechtspreises lädt der Rat der Religionen Nürnberg um 9.30 Uhr zu einem multireligiösen Friedensgebet am Kubus der Religionen an der Frauentormauer ein. Unter dem Titel "Between Darkness and Light - Auf der Suche nach Frieden" solle das gemeinsame Gebet "ein starkes Zeichen setzen für Verständigung, Respekt und den gemeinsamen Wunsch nach Frieden", teilte der Rat der Religionen am Montag mit. Die Organisatoren lobten in diesem Zusammenhang ausdrücklich die engagierte Arbeit des diesjährigen Menschenrechtspreisträgers. König hat seine Teilnahme an dem Friedensgebet angekündigt, ebenso wie Schauspielerin Iris Berben, die zur Jury des Menschenrechtspreises gehört. Auch ein Vertreter der Nürnberger IKG werde anwesend sein und ein Gebet vortragen.

Der Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis wird seit 1995 alle zwei Jahre verliehen. Er soll laut Satzung ein Symbol dafür sein, dass von der ehemaligen Stadt der menschenverachtenden NS-Rassegesetze "nur noch Signale des Friedens und der Völkerverständigung ausgehen". Er wird an Einzelpersonen oder Gruppen vergeben.