München, Nürnberg, Regensburg (epd). Am 24. Februar 2022 rollten im Osten der Ukraine russische Panzer über die Grenze. Der Krieg hat bis heute Tausende Todesopfer in der Zivilbevölkerung gefordert. Die bayerische evangelische Landeskirche hat in einem Schreiben alle Kirchengemeinden gebeten, an dem Jahrestag zu einem Friedensgebet einzuladen und ein gemeinsames Zeichen für Frieden zu setzen. Über 100 Gemeinden haben solche Friedensgebete bisher geplant und in den Kalender im Internet www.evangelische-termine.de eingetragen. Viele Gemeinden verbinden ihre Gebete auch mit dem Gedenken an die Opfer des Erdbebens in Syrien und der Türkei.

Der Gedenktag wird vielerorts ökumenisch begangen. So spricht etwa der Regensburger evangelische Dekan Jörg Breu die Predigt im Regensburger Dom. Die Augsburger Citykirchen planen ein Friedensgebet in St. Moritz, in dem auch der Augsburger Bombennacht vor 79 Jahren gedacht wird.

Das Dekanat Hof und die katholische Pfarrei Bernard Lichtenberg laden zusammen in die St. Michaeliskirche ein. Das Gebet wird in deutscher und ukrainischer Sprache gesprochen. In der Bayreuther Stadtkirche gestalten Vertreter und Vertreterinnen der ACK-Gemeinden und der Evangelischen Allianz die Andacht gemeinsam.

Interreligiös ist das Gebet für Menschen am 24. Februar im oberbayerischen Penzberg, wo die katholische, die evangelisch-lutherische und die islamische Gemeinde zu einem Gedenken auf dem Stadtplatz für Menschen in Not und für den Frieden laden. Multireligiös ist auch ein Friedensgebet in der St. Lorenzkirche in Nürnberg geplant, zu dem unter anderem der Rat der Religionen in der Stadt einlädt. Fürbitten und Impulse würden in drei Sprachen - Ukrainisch, Russisch und Deutsch - vorgetragen, "sodass diese miteinander verwoben sind", sagte Aussiedlerseelsorgerin Sabine Arnold.

15 Minuten lang werden Glocken in Augsburg zum Frieden mahnen. Die Glocken aller Kirchen in Fürth Stadt und Land läuten zum Jahrestag des Kriegsbeginns am 24. Februar ebenfalls um 18 Uhr. In den Kirchen können für die Opfer Friedenskerzen entzündet werden. "Ein Jahr nach Kriegsbeginn ist aufgrund der zu erwartenden erneuten Eskalation des Kriegs das Gebet für den Frieden dringender denn je", sagte Dekan Jörg Sichelstiel.

Adventisten- und Baptistengemeinde sowie die katholische und die evangelische Gemeinde in Landshut laden zum Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine in die Christuskirche ein. "An diesem unrühmlichen Jahrestag wollen wir in ökumenischer Verbundenheit einen besonderen Gottesdienst gestalten", sagte Dekanin Nina Lubomierski. Mit einer Reihe von Friedensgebeten beteiligt sich das evangelische Dekanat Weiden. Zentral dürfte dabei das Gedenken am US-amerikanischen Truppenübungsplatz Grafenwöhr sein. Der Standort der Michaelskirche ist in unmittelbarer Nähe zu den Kasernen gelegen.

In Eichstätt wird das wöchentliche ökumenische Friedensgebet auf dem Residenzplatz, das sonst donnerstags stattfindet, zum Jahrestag auf den Freitag verlegt, teilte ein Sprecher des Bistums Eichstätt mit.