Augsburg (epd). Das Jüdische Museum in der Augsburger Innenstadt schließt am 2. November für mehrere Jahre seine Pforten. Grund seien Sanierungsarbeiten, teilte das Museum am Freitag mit. Bis zur Wiedereröffnung werde die ehemalige Synagoge Kriegshaber zum zentralen Museumsort. Die Sanierung soll nach jetziger Planung bis 2029 dauern. Für die Öffentlichkeit werde das Museum voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2030 wieder öffnen.

Der Synagogenkomplex in der Innenstadt werde seit 2022 durch die Israelitische Kultusgemeinde Schwaben-Augsburg schrittweise saniert. Nun stehe auch die Sanierung des Westtrakts an, in dem sich das Jüdische Museum seit 1985 befindet, teilte das Museum weiter mit. Nach der Sanierung soll das Museum in der Innenstadt mit einer neu gestalteten Dauerausstellung, einem neuen Raum für Sonderausstellungen und einem neuen Empfangsbereich mit Museumsshop und Café wiedereröffnet werden.

Geschichte der ehemaligen Synagoge Kriegshaber hervorheben

Die Sanierung sei ein großer Einschnitt, aber eine wichtige Chance für die Zukunft, sagte Museumsdirektorin Carmen Reichert. Es entstehe ein zeitgemäßer Ort für die Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte und Gegenwart. Auch die ehemalige Synagoge Kriegshaber ist ein besonderer Museumsort: Sie ist der älteste erhaltene Synagogenbau Bayerisch-Schwabens und war über zwei Jahrhunderte hinweg der Mittelpunkt einer bedeutenden jüdischen Gemeinde. Diese Geschichte könne in den kommenden Jahren noch stärker sichtbar gemacht werden, sagte Reichert.