München (epd). Drei Jahre nach dem ersten Lockdown hat das Jugendherbergswerk Bayern die größten wirtschaftlichen Verwerfungen überwunden. Trotz des gelungenen Neustarts 2022 und positiver Aussichten auf 2023 stünden jedoch massive Herausforderungen vor dem Verband, teilte dieser am Mittwoch mit. "Die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen der Pandemie konnten durch das politische Handeln in München und Berlin deutlich abgemildert werden", sagte Klaus Umbach, Präsident des Landesverbands Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH), laut Mitteilung.
Trotz direkter staatlicher Beihilfen habe der Verband alle Investitionen stoppen müssen. Bis auf die Bauprojekte in Furth im Wald und München konnten demnach in den vergangenen drei Jahren keine Neu- und Umbaumaßnahmen oder Modernisierungen von Jugendherbergen umgesetzt werden. Der Neubau der Jugendherberge in Regensburg liege beispielsweise auf unbestimmte Zeit auf Eis. Außerdem seien Fachkräfte des Verbandes in andere Bereiche der Wirtschaft abgewandert. Der Investitions- und Modernisierungsstau könne sich mittelfristig negativ auf das Wachstum auswirken.
Als Erfolg werten Präsidium und Vorstand, dass in den zurückliegenden Jahren die inhaltliche Arbeit des Verbandes kaum eingeschränkt und zurückgefahren worden sei. So sei im Rahmen der Möglichkeiten weiter am Thema Nachhaltigkeit gearbeitet worden, zum Beispiel mit einer schrittweisen Umstellung auf Bio-Verpflegung oder inhaltlichen Konzepten für Bildungsprogramme für nachhaltige Entwicklung.
Am deutlichsten werde der Gemeinwohl-Charakter von Jugendherbergen bei den Themen Klassenfahrten, Kinder- und Familienfreizeiten. Im Rahmen des "Runden Tischs Klassenfahrten" habe man als Forderung an die Staatsregierung formuliert, dass die pädagogischen Anteile einer Klassenfahrt dauerhaft durch den Freistaat Bayern übernommen werden. So könnten sozial schwächer gestellte Familien entlastet werden. "Klassenfahrten tragen maßgeblich dazu bei, dass junge Menschen Gemeinschaft erleben, sich als Persönlichkeit entwickeln und damit zu einem stabilen Gemeinwesen beitragen", sagte Umbach.