Augsburg (epd). Die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) stellt sich gegen das von der Europäischen Volkspartei (EVP) geforderte Verbot von Begriffen wie "Tofu-Schnitzel" oder "Soja-Wurst". Sie warb in der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwoch) stattdessen für eine Kompromisslösung nach deutschem Vorbild. Verbraucher müssten zwar "beim Einkauf auf einen Blick erkennen können", ob ein Produkt Fleisch enthalte oder nicht. Das sei aber bei Bezeichnungen wie "Tofu-Schnitzel” oder "Gemüse-Burger - rein pflanzlich” der Fall", betonte Kaniber.
Das Europäische Parlament will an diesem Mittwoch (8. Oktober) über den Verbotsverstoß aus den Reihen der EVP diskutieren. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und auch Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) stehen hinter dem Vorschlag. Die CSU gehört der EVP-Fraktion des Europäischen Parlaments an. Kaniber distanziert sich also indirekt von dem Verbotsvorstoß: "Was gar nicht geht, sind Aufdrucke wie "Hühnerfleisch aus Tofu", denn das Soja-Produkt stammt nicht vom Huhn", fügte Kaniber jedoch hinzu.