München (epd). Zum Weltkindertag am Samstag (20. September) weist der Kinderschutzbund Bayern auf Missstände im Freistaat hin. Er wolle auf die "dramatische Lage von Kindern und Jugendlichen" in Bayern aufmerksam machen, teilte der Landesverband am Mittwoch in München mit. So fehlten zigtausende Kita-Plätze, und die Schulen verzeichneten einen milliardenschweren Sanierungsstau. Zudem steige die Kinderarmut. "Kinder brauchen endlich mehr Beachtung in der Politik", forderte der Verband.
Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung von 2023 fehlen in Bayern mehr als 70.000 Plätze, um den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung zu erfüllen, heißt es in der Mitteilung. Den Sanierungsstau an bayerischen Schulen wiederum schätzten Experten Medienberichten zufolge auf zehn Milliarden Euro. Zudem wüchsen in Bayern mehr als 14 Prozent - das sind rund 322.000 - der Kinder und Jugendlichen in Armut oder an der Armutsgrenze auf, wie das Statistische Bundesamt 2023 berichte, so der Kinderschutzbund. In München seien es knapp 12 Prozent.
Kinder müssten endlich Vorrang haben, forderte die Vorsitzende des Landesverbands. Susanna Kaiser. Jeder Euro, der in Kitas, Schulen und Jugendhilfe fließt, sei "eine Investition in sozialen Frieden, Bildungsgerechtigkeit und die Stärke unseres Landes".