Coburg, München (epd). Sollte die CSU beim gekippten Kinderstartgeld nicht wieder umsteuern, erwartet der Coburger Familienvater Oliver Bernt eine "derbe Quittung" beim nächsten Wahltermin für die Partei. Er hat vor einem Jahr schon eine Petition gegen die Kürzung des Familiengeldes gestartet, das vergangene Woche nun von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) komplett kassiert wurde. Seither gehen die Unterstützerzahlen steil nach oben: "Den Instinktpolitiker Söder hat bei diesem Thema sein Instinkt verlassen", sagte der 32-Jährige.

Er habe es zuerst gar nicht glauben können, als er von der Entscheidung der Staatsregierung erfahren habe. "Die Familien haben ihren Beitrag zum Sparen doch schon geleistet - das Familiengeld von 6.000 Euro wurde doch schon halbiert und in Kinderstartgeld umbenannt", sagte Bernt. Es sei ein Unding, dass die angekündigte und von Söder mehrfach auch selbst beworbene freiwillige Leistung nur knapp sieben Wochen vor der ersten Auszahlung einfach einkassiert wurde, sagte er: "Viele Familien hatten diese 3.000 Euro fest eingeplant."

Kinderstartgeld ist für viele dringend benötigter Zuschuss

Dass die freiwillige Leistung in der Vergangenheit auch als "Herdprämie" diskreditiert wurde, kann er nicht verstehen: "Es ist doch wichtig, sich ohne finanzielle Sorgen um seine Kinder kümmern zu können." Dass der Freistaat jahrelang Vorreiter bei dem Thema war und dies nun aufgebe, sei traurig: "Es ist ja nicht so, dass die Eltern damit in Saus und Braus leben konnten." Vielmehr sei es für viele ein dringend benötigter Zuschuss für die steigenden Kosten. "Ich hoffe sehr, dass sich Herr Söder die Tausenden Unterzeichner zu Herzen nimmt."

Spätestens kommende Woche will er die Unterschriften zusammen mit mehreren Unterzeichnern in München an Ministerpräsident Söder und Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) übergeben. Seit vergangener Woche hat sich Söder nicht zur Kritik an der Entscheidung der Staatsregierung geäußert. Bernt hofft, dass sich beide Zeit dafür nehmen. Auf seine erste Kontaktaufnahme mit Staatskanzlei und Ministerium hat er bislang noch keine Reaktion erhalten. Allein Oliver Bernts Petition hat Stand 17. November mehr als 129.000 Unterzeichner.

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