München, Miesbach (epd). Das Gemeinde-Entwicklungsprojekt "Kirche Wirkt Weiter" zündet die nächste Stufe: Am Samstag (31. Oktober) treffen sich neun Projektteams aus evangelischen Gemeinden in Südbayern zum Vernetzungstag im Bunten Haus Miesbach. Sie alle motiviere die Frage, wie Kirche trotz sinkender Mittel zukünftig "mitten unter den Menschen" präsent sein könne, teilte das Büro der Regionalbischöfe im Kirchenkreis Schwaben-Altbayern in einer Presseerklärung vom Freitag mit. Zu den Erprobungsgemeinden gehören Bad Tölz, Beilngries, Gauting, Mindelheim, München-Pasing, Passau St. Matthäus, Rottenburg an der Laaber, Schrobenhausen und Waldkraiburg.
Ausgangspunkt des Projekts sei das frühere Gemeindehaus der Miesbacher Protestanten, das "durch mutige Entscheidungen" ein lebendiger öffentlicher Ort geworden sei. Im vergangenen Jahr hätten dort 103 Initiativen, Gruppen und Vereine 1.444 Veranstaltungen durchgeführt und 30.014 Besucher ins Haus gebracht, "fünfmal so viel wie früher", hieß es weiter. Statistisch gesehen war damit jeder der rund 12.000 Miesbacher 2,5-mal im Bunten Haus. "Das macht etwas mit einer Stadt," bemerkte Bürgermeister Tom Acher (SPD) laut Mitteilung.
Referenzprojekt für Umnutzung von Kirchengebäuden
Das Bunte Haus Miesbach sei für die bayerische Landeskirche aktuell "eines der wichtigsten Referenzprojekte für die sozialräumliche Konversion kirchlicher Immobilien", sagte Regionalbischof Thomas Prieto Peral. So wolle man mit den kirchlichen Gebäuden in die Zukunft kommen: "Nicht schließen, sondern öffnen für alle." Sein Tandempartner als Regionalbischof, Klaus Stiegler, verwies darauf, dass das Bunte Haus auch Thema sei im Landeskirchenrat: "Wir wollen solche Ideen und solche Prozesse für die Zukunft unserer Kirche."
Welche Konzepte die neun Erprobungsgemeinden aus dem Miesbacher Modell für sich selbst ableiten, soll den Angaben zufolge bei einem Fachtag am 23. Januar 2027 vorgestellt werden.