München (epd). Der Diözesanratsvorsitzende des Erzbistums München, Armin Schalk, und der Präsident des Bayerischen Handwerkstages, Franz Xaver Peteranderl, werben für einen differenzierteren Umgang mit dem Thema Migration. Migration sei kein Problem, sondern eine Chance und Notwendigkeit, teilten die beiden am Mittwoch mit Blick auf den Internationalen Tag der Migranten der Vereinten Nationen am 18. Dezember mit. In der öffentlichen Debatte sollte den positiven Aspekten der Migration mehr Raum gegeben werden.
Schalk sagte, es sei gefährlich, über Migration nur als Problem zu sprechen. Dies werde der Realität nicht gerecht. Dies sei unfair gegenüber Menschen, die nach Deutschland kommen, aber auch gegenüber den vielen haupt- und ehrenamtlichen Akteurinnen und Akteuren, die sich dafür einsetzen, dass Integration gelingt: "Wir wollen uns nicht daran gewöhnen, Migration nur noch in Zahlen und Abschiebestatistiken zu verhandeln." Hinter jeder Zahl stünden Menschen "mit einer unverfügbaren Würde, sie sind Ebenbilder Gottes".
Migrationsanteil in Baubranche bei 27 Prozent
Handwerkstag-Präsident Peteranderl sagte, neben der momentan schwierigen wirtschaftlichen Lage hemme auch der Fachkräftemangel die Entwicklungsmöglichkeiten der bayerischen Handwerksbetriebe. "Derzeit sind bei den Arbeitsagenturen im Freistaat 31.600 Stellen für qualifizierte Fachkräfte im Handwerk gemeldet", sagte er. Laut Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hätten ungefähr 20 Prozent der Beschäftigten in Bayerns Handwerksbetrieben keinen deutschen Pass - in den Bauberufen liege der Anteil sogar bei 27 Prozent.
"Diese Menschen tragen entscheidend dazu bei, dass unsere Betriebe wirtschaftlich bestehen und wachsen können. Woher sie kommen, spielt dabei überhaupt keine Rolle", sagte Peteranderl.