München (epd). Zur Kommunalwahl am 8. März wirbt der Bayerische Jugendring (BJR) für eine starke Jugendbeteiligung. Nirgendwo wirkten politische Entscheidungen so direkt auf junge Lebenswelten wie in den Kommunen, sagte BJR-Präsident Philipp Seitz laut einer Mitteilung am Sonntag in München. Ob es Räume für Jugendkultur gibt und wie jugendgerecht eine Kommune gestaltet ist, entscheide sich in den über 2.000 Städten, Märkten und Gemeinden. Junge Perspektiven müssten frühzeitig in kommunale Entscheidungsprozesse einbezogen werden, Beteiligung brauche Verbindlichkeit.

Um Wirkung zu entfalten, müsse Jugendbeteiligung dauerhaft angelegt sein. Transparente Entscheidungswege und ein offener Dialog zwischen Verwaltung, Politik und jungen Menschen seien zentrale Voraussetzungen. "Wenn junge Menschen erleben, dass ihre Meinung gehört wird und sie ihre Kommune mitgestalten können, stärkt dies das Vertrauen in demokratische Prozesse insgesamt", so Seitz. "Das ist ein Gewinn für den gesellschaftlichen Zusammenhalt weit über die Jugend hinaus."

U18-Wahlen teils auch digital

Die U18-Wahlen werden vom 16. bis 27. Februar 2026 durchgeführt. In ausgewählten Kommunen wird das Angebot erstmals durch eine digitale Stimmabgabe erweitert. Dieses Projekt setzt der BJR gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Digitales um. Begleitet werden die U18-Wahlen von zahlreichen Aktionen der Jugendarbeit. So findet am 5. Februar in Erlangen das "Mach Mal Zukunft Festival" statt, das Workshops, Informationsangebote, künstlerische Formate und die U18-Wahl miteinander verbindet.

Ein zentrales Anliegen des BJR bleiben starke Rahmenbedingungen für die Jugendarbeit. Ehrenamtliches Engagement junger Menschen entfalte seine Wirkung besonders dann, wenn es strukturell abgesichert sei. Der BJR wirbt deshalb auch im Kommunalwahljahr für verlässliche Strukturen, qualifizierte Fachkräfte und gute Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt, Kommunen und Fachpraxis.