München (epd). Der bayerische Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hat dafür plädiert, das Zwischenzeugnis in den Schulen nicht überzubewerten. "Noten sind bei Weitem nicht alles im Leben und das Zwischenzeugnis ist, wie der Name schon sagt, nur ein Zwischenstand", sagte er in einer Mitteilung zum Zeugnistag in Bayern an diesem Freitag (17. Februar). Rückstände könnten aufgeholt und Vorsprünge wollten verteidigt werden. "Zeit ist noch genug und das Schuljahr hat noch viele Chancen auf Lager", erläuterte der Minister.
Am Freitag erhalten rund eine Million bayerischer Schülerinnen und Schüler ihr Zwischenzeugnis. Aus dem Anlass wies das Ministerium auf Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten im bayerischen Schulsystem hin, unter anderem auf Beratungslehrkräfte sowie die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen an den Schulen und an den staatlichen Schulberatungsstellen. Für Schüler, bei denen in der Zeit der Pandemie Lernrückstände aufgetreten seien, habe die Staatsregierung das Förderprogramm "gemeinsam.Brücken.bauen" geschaffen. Das Programm ermögliche Binnendifferenzierung im Regelunterricht, die Bildung von Kleingruppen oder zusätzliche Brückenkurse, hieß es.
Das Zwischenzeugnis gibt es an bayerischen Grund-, Mittel- und Realschulen sowie an Gymnasien. Auch an den meisten beruflichen Schulen erhalten die Schüler laut Ministeriumsangaben Zwischenzeugnisse. An den Mittelschulen könne in den Klassen 5 bis 7 das Zwischenzeugnis durch ein Lernentwicklungsgespräch ersetzt werden. In Gymnasien und Realschulen gibt es die Möglichkeit von zwei schriftlichen Informationen über alle Noten.