Deggendorf (epd). Menschlichkeit als Maßstab in der Migrationspolitik hat das Landeskomitee der Katholiken in Bayern in einer Stellungnahme gefordert. In aktuellen populistischen Debatten würden Geflüchtete und Migranten "zunehmend - zu Unrecht - für gesellschaftliche Krisen verantwortlich gemacht", heißt es in einer Pressemitteilung vom Samstag. Das Komitee lehnte bei seiner Herbstvollversammlung in Deggendorf "das Auslagern von Asylverfahren außerhalb der EU" ab und forderte schnellere Teilhabe und Integration für Geflüchtete durch "einen sofortigen Zugang zu Sprachkursen, Bildungs- und Arbeitsangeboten".

Für gut integrierte und arbeitende Migrantinnen und Migranten müsse Rechtssicherheit hergestellt werden, außerdem sollten zugewanderte Menschen "auch als wirtschaftliche Ressource verstanden und gemäß ihren Qualifikationen eingesetzt und gefördert werden". Das Landeskomitee begründete sein Positionspapier mit den Grundsätzen des christlichen Menschenbildes und der biblischen Tradition. Es verwies außerdem auf Papst Franziskus, der in seiner 2020 erschienen Enzyklika "Fratelli tutti" betont habe, dass Migration global koordiniert werden müsse.

Menschliches Handeln für Demokratie

Zudem unterstrich das Laiengremium den Zusammenhang "zwischen einem klaren und menschlichen Handeln gegenüber Eingewanderten und Geflüchteten und dem Zustand einer Demokratie". Eine verantwortungsbewusste Ethik müsse der "Maßstab für Migrationsarbeit" sein.