München (epd). Gewalt gegen Frauen bleibt in Bayern laut den Landtags-Grünen auf hohem Niveau. Im Jahr 2024 wurden überwiegend Frauen Opfer von Tötungsdelikten und sexualisierter Gewalt in ihrem unmittelbaren sozialen Umfeld, geht aus einer aktuellen Plenumsanfrage der Landtagsfraktion der Grünen hervor, die sie am Donnerstag veröffentlichte. Zugleich sind Frauenhäuser im Freistaat mit Spitzenwerten von mehr als 90 Prozent nahezu ausgelastet.
Die Antwort des bayerischen Innenministeriums basiert auf Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2024 in Bayern. Demnach wurden 52 Frauen Opfer von Straftaten gegen das Leben, 578 Frauen erlitten sexualisierte Gewalt. Diese Taten ereigneten sich alle im partnerschaftlichen Umfeld, hieß es. Im Rahmen der innerfamiliären Gewalt wurden 21 Frauen Opfer von Straftaten gegen das Leben, 439 Frauen erlitten sexualisierte Gewalt.
Hohe Auslastung bei staatlichen Frauenhäusern
Insgesamt wurden demnach 8.876 Menschen Opfer von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, davon 7.590 Frauen. Auch die staatlich geförderten Frauenhäuser im Jahr 2024 in Bayern seien im Schnitt bei 81,75 Prozent ausgelastet. Spitzenreiter sei dabei Mittelfranken, wo die Frauenhäuser zu 93,26 Prozent ausgelastet seien.
"Gewalt gegen Frauen passiert tagtäglich mitten unter uns - in Beziehungen, in Familien, im vermeintlich sicheren Zuhause", sagte die frauenpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Julia Post. Sie forderte einen "Landesaktionsplan gegen geschlechtsspezifische Gewalt". Der Freistaat müsse "konsequenter handeln, Betroffene wirksamer schützen und Hilfsangebote so ausbauen, dass keine Frau abgewiesen werden muss, wenn sie Schutz sucht", sagte sie.