Berlin, München (epd). Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat angekündigt, dass die Maskenpflicht im Fernverkehr der Bahn am 2. Februar ausgesetzt wird. Er begründete das am Freitag in Berlin mit sinkenden Gefahren in der Corona-Krise. Zuvor hatten sich die Forderungen nach einer Beendigung der Maskenpflicht verstärkt. Nach derzeitigem Recht würde sie noch bis zum 7. April gelten.

Lauterbach erklärte, die Zahl der Infektionen und Krankenhauseinweisungen gehe zurück, und die Bevölkerung habe eine hohe Immunität aufgebaut. Experten gingen davon aus, dass es nicht noch einmal zu einer schweren Corona-Winterwelle kommen werde. Daher sei es jetzt möglich, stärker auf Eigenverantwortung zu setzen. Zugleich appellierte der Gesundheitsminister an die Menschen, im öffentlichen Verkehr und in Innenräumen freiwillig weiter Masken zu tragen und mögliche Folgen einer Infektion nicht zu unterschätzen.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) begrüßte Lauterbachs Entscheidung. Es sei den Menschen nicht vermittelbar, warum es Unterschiede geben sollen zwischen Nah- und Fern- sowie dem Flugverkehr. Auch der Bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) nahm die Entscheidung positiv auf: "Bayern hat das für den ÖPNV bereits im Dezember umgesetzt, nun gibt der Bund unserer Forderung auch deutschlandweit für den Fernverkehr endlich nach. Für die Fahrgäste wird damit vieles einfacher", sagte er laut einer Pressemitteilung seines Ministeriums.

Angesichts bundesweit sinkender Infektionen mit dem Coronavirus hatten sich zuletzt die Forderungen nach einer Aufhebung der Maskenpflicht im Bahn-Fernverkehr verstärkt. Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) sprach sich dafür aus, sie zum Monatsende abzuschaffen. Er sagte der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag): "Meines Erachtens können auch andere Schutzmaßnahmen vor dem 7. April aufgehoben werden." Die Entwicklung sei aktuell so positiv, "dass selbst vorsichtige Wissenschaftler uns im endemischen Stadium sehen". Eingriffe in die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger müssten immer eine Ausnahme und gut begründet sein.

Bundesweite Schutzmaßnahmen sind Teil des bis zum 7. April befristeten Infektionsschutzgesetzes. Neben den Regeln für den Bahnverkehr gilt eine FFP2-Maskenpflicht in Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie zusätzlich eine Testnachweispflicht für den Zutritt zu Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.

Auch der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sowie die Gesamtbetriebsräte der Deutschen Bahn für Fern- und Nahverkehr hatten gefordert, die Maskenpflicht zu beenden. Als nächsten Schritt hin zu mehr Eigenverantwortung forderte Holetschek in einer Pressemitteilung am Freitag, "auch bundesweit die Empfehlung für die Isolationspflicht bei Corona-Infektionen anzupassen. Bayern hat diesen Weg schon im November eingeschlagen und ist damit gut gefahren." Bayern hatte die Isolationspflicht zum 16. November aufgehoben.