Nürnberg (epd). 48 Wohnungen eines Hochhauses des Evangelischen Siedlungswerks (ESW) in Nürnberg-Langwasser sind seit rund fünf Jahren nicht mehr benutzbar und stehen leer. Wie das ESW auf Anfrage des Evangelischen Pressediensts (epd) mitteilte, mussten die Mieterinnen und Mieter 2020 das Gebäude wegen erheblicher Brandschutzmängel verlassen. "Wohnraum, der die Schutzziele für die Bewohnerinnen und Bewohner nicht mehr gewährleisten kann, muss geräumt werden", stellte eine Sprecherin des ESW fest.

Das größte Problem in dem zwölfgeschossigen Gebäude sei das Sicherheitstreppenhaus gewesen, das als Fluchtweg besonders für die Bewohnerinnen und Bewohner der oberen Stockwerke lebenswichtig sei. Feuerwehrleitern reichten nur bis zu einer bestimmten Höhe.

ESW will mehr Wohnungen als bisher schaffen

Man habe zunächst eine Sanierung des Hochhauses geplant. "Im Zuge der detaillierten Planungen zeigte sich jedoch, dass eine Ertüchtigung nach heutigen Standards nicht wirtschaftlich realisierbar ist", hieß es. Man wolle nun "eine komplette Neuentwicklung des Areals". Hierbei werde mehr Wohnraum entstehen als es im bestehenden Hochhaus gibt.

Man sei zuversichtlich, die städtebauliche Konzeptionsphase in Kürze abschließen zu können, so die Sprecherin des Wohnungsunternehmens. Solche Projekte erforderten aber "umfangreiche Abstimmungen, um eine nachhaltige Lösung für die Zukunft" zu erreichen. Das ESW verfolge den Auftrag, bezahlbaren Wohnraum besonders für Mieterinnen und Mieter zu schaffen, versichert das Unternehmen. Insgesamt seien von 2024 bis 2029 659 Neubauwohnungen geplant, davon über 70 Prozent geförderte Wohnungen.