München (epd). Der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx hat das jahrzehntelange Engagement der ehemaligen Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, für den jüdisch-christlichen Dialog und ihren Einsatz für Versöhnung gewürdigt. Zum 90. Geburtstag von Knobloch am Samstag (29. Oktober) schrieb Marx in einem Glückwunsch am Mittwoch, "Versöhnung ist ohne Erinnerung und Aufarbeitung der Geschichte nicht möglich". Er danke Knobloch "für das unerschütterliche Vertrauen", das sie "in die Kirchen und die christlichen Dialogpartner gesetzt" habe und immer wieder setze.

Marx hebt laut Mitteilung des Erzbistums Knoblochs Einsatz Knoblochs gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit hervor: "Sie erheben unerschrocken die Stimme, wenn antisemitische Ressentiments hoffähig zu werden drohen oder rassistische Strömungen und Parteien erstarken". Er würdigte auch ihren Einsatz für die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern. Der Neubau der Synagoge und des jüdischen Gemeindezentrums wären ohne sie kaum möglich gewesen.