München (epd). Nachbesserungen am neuen bayerischen Wohnraum-Förderprogramm fordert der Deutsche Mieterbund - Landesverband Bayern (DMB Bayern). Besonders kritisch sieht der Verband die vorgesehene Sozialbindung von 35 Jahren, wie er am Donnerstag in München mitteilte. Nach dieser Frist können geförderte Wohnungen aus der sozialen Wohnraumförderung ausscheiden. Das neue Förderprogramm tritt zum 1. Januar 2027 in Kraft.

Zwar sei zu begrüßen, dass der Freistaat die Wohnraumförderung bündelt und weiterhin hohe Mittel für den Wohnungsbau bereitstellt, hieß es. Das Hauptproblem jedoch werde nicht gelöst: Bayern brauche bezahlbaren Wohnraum auf Dauer und keine Wohnungen, die nach wenigen Jahrzehnten wieder auf den freien Markt gelangen. Dies verspiele "die Wirkung öffentlicher Fördermittel genau dann, wenn der Druck auf dem Wohnungsmarkt weiter steigt", sagte die DMB-Bayern-Vorsitzende Beatrix Zurek.

Gefordert werden 55 Jahre Bindungsdauer

Aus Mietersicht sei die kurze Sozialbindung unverständlich. Längere Bindungen seien das wirksamste Mittel, um Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen dauerhaft eine bezahlbare Wohnung zu garantieren. Zurek forderte, die Möglichkeit von Bindungsdauern bis zu 55 Jahren im Programm zu verankern.

Zudem kritisiert der Mieterbund, dass auf verbindliche Vorgaben zur Barrierefreiheit verzichtet wurde. Was kurzfristig Baukosten spare, schaffe langfristig Wohnungen, die für einen wachsenden Teil der Bevölkerung ungeeignet sind, hieß es. Barrierefreiheit müsse von Anfang an mitgedacht werden, statt später teuer nachgerüstet zu werden. Geförderte Wohnungen müssten auch älteren Menschen, Menschen mit Behinderungen und Familien mit besonderen Bedürfnissen offenstehen.