Erlangen, Rummelsberg (epd). Im März beginnt mit der Ausstellung "Fremde beherbergen. Geschichte eines diakonischen Auftrages" im Diakonie-Museum in Rummelsberg (Landkreis Nürnberger Land) ein europäisches Museums-Projekt "Evangelische Migrationsgeschichte(n)". Dazu haben sich zehn protestantische Museen aus sechs Ländern zusammengetan, die alle im Jahr 2023 eine Ausstellung zeigen, die sich mit Migration befasst, teilte der Leiter des Diakoniemuseums, Thomas Greif, mit. Beteiligt sind Einrichtungen in Frankreich, Österreich, Rumänien, Slowenien, Deutschland und Ungarn.

Wegen Kriegen, Armut oder ihrer Religion haben in den vergangenen Jahrhunderten immer Menschen ihre Heimat verlassen, andere Länder und Städte haben sie aufgenommen: Das ist die Grundlage der Ausstellungen, von der aus man sich zeitlich und geografisch unterschiedlich dem Thema nähere, teilen die Organisatoren mit. Erforscht worden seien die Perspektiven von Ländern oder Regionen, aus denen Migrantinnen und Migranten emigriert sind und den Orten, in die sie kamen.

Das Rummelsberger Diakonie-Museum widmet sich dem Komplex, wie sich die Diakonie der Migranten im 20. Jahrhundert annahm (Beginn 16. März). In der französischen Region Poitou plant das "Maison du Protestantisme Poitevin" eine Ausstellung "Protestantische Auswanderung nach Deutschland" (Beginn 8. April). Das Landeskirchliche Museum im rumänischen Hermannstadt überschreibt seine Ausstellung "Migrationsgrund Religionsfreiheit. Siebenbürgische Persönlichkeiten aus dem 16.-20. Jahrhundert" (Beginn 5. Mai). In Neuendettelsau (Landkreis Ansbach) beteiligen sich Mission EineWelt und das Löhe-Zeit-Museum. Ein US-amerikanischer Kooperationspartner konnte in Michigan gefunden werden. Das "Frankenmuth Historical Museum" zeigt dort, wie die Stadt von fränkischen Migranten gegründet wurde.

Die Organisation des Projekts hat der Verein "bildung evangelisch in europa" (bee) in Erlangen übernommen. Die EU fördert es mit 60.000 Euro. Ein gemeinsamer 300-seitiger Begleitband erscheint im März. Schirmherr ist der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Beim Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) in Nürnberg (7. bis 11. Juni) werden die zehn Museen mit einem Zusammenschnitt der Ausstellungen im Stadtmuseum Fembohaus vertreten sein.