Nürnberg (epd). Gesundheitsministerium, Kommunen und Kassen wollen die Pflegeinfrastruktur in Bayern - vor allem im Bereich der häuslichen Pflege - stärken. Dazu haben sie am Freitag in Nürnberg beim Fachkongress "Gute Pflege. Daheim in Bayern" ein entsprechendes Strategiepapier beschlossen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Ziel sei es, angesichts einer steigenden Zahl von Pflegebedürftigen angemessene, bedarfsorientierte und wirtschaftliche Sorge- und Pflegestrukturen zu schaffen, sagte Minister Klaus Holetschek (CSU). Dazu zähle unter anderem, pflegende Angehörige besser zu unterstützen und den Pflegeberuf für Fachkräfte attraktiver zu machen. "Die Lösung dieser Mammutaufgabe kann nur gemeinsam mit den Kommunen gelingen."

Der Präsident des Bayerischen Bezirketags, Franz Löffler, sagte, dass rund 80 Prozent der Pflegebedürftigen zuhause gepflegt würden. Ein großer Anteil der ambulanten Versorgungsleistungen werde dort von Angehörigen geschultert. "Daher finde ich den in dem Papier enthaltenen Ansatz richtig und wichtig, insbesondere die Hilfen im Vorfeld der Pflege auszubauen."

Thomas Karmasin, Präsident des Bayerischen Landkreistags, mahnte eine grundlegende Pflegereform an. Es brauche eine Entlastung der Langzeitpflege und eine Stärkung der Pflege zuhause. Auch Markus Pannermayr, Vorsitzender des Bayerischen Städtetags, betonte die Bedeutung der häuslichen Pflege: "Pflege findet vor Ort, bei den Bürgerinnen und Bürgern statt."

Uwe Brandl, Präsident des Bayerischen Gemeindetags, sagte, dass die demografische Entwicklung die Fachkräftegewinnung vor besondere Herausforderungen stelle. "Wir werden es aber realistisch nicht schaffen, die Herausforderungen mit den aktuellen Strukturen zu bewältigen." Es brauche eine bessere Verzahnung von Spezialisten, Hilfskräften und Ehrenamt, um einer älter werdenden Gesellschaft möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in gewohnter Umgebung zu ermöglichen.

An dem Strategiepapier sind das bayerische Gesundheitsministerium, der Bayerische Gemeindetag, der Bayerische Städtetag, der Bayerische Landkreistag, der Bayerische Bezirketag und die Arbeitsgemeinschaft der Pflegekassenverbände in Bayern e.V. (ARGE) beteiligt.