Regensburg (epd). In den kommenden vier Jahren soll der Regensburger Gesandtenfriedhof rund um die Dreieinigkeitskirche generalsaniert werden. Dazu sollen die 20 Barock-Epitaphien und 37 großen Grabplatten behutsam gereinigt, Umweltgifte aus dem Stein gesogen, lockere Ornamente wieder befestigt und alles auf Hochglanz gebracht werden, wie Fundraising-Referent Martin Weindl am Ostermontag mitteilte.

Offizieller Startschuss für die 2,6 Millionen Euro teuren Sanierung soll der sogenannte "Tag der Gesandten" am kommenden Sonntag (16. April) werden. Mit einem mehrstündigen Programm wolle man "den unschätzbaren Wert des Gesandtenfriedhofs für Regensburger und Gäste bewusster machen und um Spenden werben", hieß es. Es gibt neben einem Gottesdienst um 11 Uhr auch verschiedene Führungen und Lesungen zum Thema.

Auf dem Regensburger Gesandtenfriedhof wurden fast 200 Jahre lang politisch einflussreiche und auch sonst betuchte evangelische Reichstags-Gesandte und ihre Familien bestattet. Spätestens ab 1663 entstand rund um die Regensburger Dreieinigkeitskirche eine "höchst exklusive Begräbnisstätte" für 45 Gesandte aus ganz Europa. Der Gesandtenfriedhof gilt als Denkmal der deutschen Geschichte und europäischen Diplomatie.

Für die Sanierung muss die Regensburger Dreieinigkeitsgemeinde selbst 260.000 Euro aufbringen. Um dieses Ziel zu erreichen, wende sich das Fundraising des evangelischen Dekanats an Stiftungen und Förderer, zudem bitte man Privatpersonen und Unternehmen um Spenden.