Nürnberg (epd). Jugendprojekte in Nürnberg und München, die sich gegen Rassismus und für ein respektvolles Miteinander einsetzen, haben jedes Jahr die Chance auf den Mosaik.Jugendpreis. In diesem Jahr bekommt den ersten Preis mit einem Preisgeld von 4.000 Euro das Ausstellungsprojekt "Doppelt Unsichtbar" in München, teilte das Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg am Mittwoch mit. Mädchen und junge Frauen zwischen 9 und 17 Jahren beschäftigten sich in einem Projekt mit der Überschneidung von Rassismus und Sexismus im Alltag. Es entstand eine Ausstellung mit sechs künstlerischen Arbeiten. Die Ausstellung wird 2026 im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus im Guardini90 in München gezeigt.
Das Schultheaterprojekt "Das was fehlt - Eine Übung im gemeinsamen Erinnern" der Scharrer-Mittelschule in Nürnberg erlangte den zweiten Preis in Höhe von 2.000 Euro. Die Theater-AG entwickelte mit Pädagogen und Studierenden der Akademie für Darstellende Kunst ein Theaterstück, das sich mit der NSU-Mordserie auseinandersetzt. Ausgangspunkt war die Geschichte von Ismail Yaşar, der 2005 in Nürnberg ermordet wurde.
Podcast und Frauentreffen
Die Jury entschied, zwei dritte Preise mit jeweils 1.500 Euro Preisgeld zu vergeben, heißt es in der Mitteilung. Einen erhält der Podcast: "Migration und Flucht - Wie rechte Hetze die Asyl- und Migrationsdebatte beeinflusst" der Münchner DeinLifeJugendredaktion. Außerdem geht ein Preis an "The Sisterhood Munich", ein Kollektiv, das seit mehreren Jahren Treffen und Veranstaltungen für schwarze Frauen und Mädchen im Alter von 14 bis 27 Jahren organisiert.
Der Mosaik.Jugendpreis wird im Gedenken an die Opfer der rechtsextremen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) in Bayern von den Städten Nürnberg und München vergeben. Die Verleihung findet am Mittwoch, 18. März, um 17 Uhr im NS-Dokumentationszentrum München statt.