München (epd). Der "Rat der Religionen München" ruft zu Solidarität mit den Opfern des Erdbebens in der Türkei und in Syrien auf. Die Religionsgemeinschaften teilten die Trauer um die Toten und nähmen die Opfer, Verletzten, Angehörigen und Vermissten in ihr Gebet auf, erklärte der Rat am Montag in München. Die alevitischen, christlichen und muslimischen Gemeinden und deren Hilfsorganisationen sammelten Spenden und organisierten konkrete Hilfe vor Ort.

Der evangelische Stadtdekan Bernhard Liess und der katholische Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg rufen als christliche Sprecher im Namen des "Rates des Religionen München" zu Spenden für die notleidende Bevölkerung in der Erdbebenregion auf. Die christlichen Hilfsorganisationen "Diakonie Katastrophenhilfe" und "caritas international" leisteten mit den Partnerorganisationen in den betroffenen Gebieten dringend benötigte Nothilfemaßnahmen für obdachlos gewordene Menschen, hieß es weiter.

Die alevitischen Gemeinden und Vertretungen in Anatolien suchten mit nach Überlebenden und leisteten den Hinterbliebenen seelischen Beistand, sagte D. Ugur Kör von der Alevitischen Gemeinde München und Mitglied im Sprecherrat des "Rates der Religionen München". Aykan Inan, Delegierter des Muslimrates, sagte, dass die Menschen in der Region auf sehr viele Spendengelder angewiesen seien, um die Versorgung der Familien zu gewährleisten und die zerstörten Orte wieder aufzubauen.

Der "Rat der Religionen - Münchner Religionsgemeinschaften im Gespräch" ist nach eigenen Angaben eine interreligiöse Gesprächsplattform für einen werteorientierten Dialog, wenn es um den Frieden und die Menschenwürde unabhängig von Religion, Herkunft, Geschlecht und sexueller Orientierung geht. Der Sprecherrat vertritt den "Rat der Religionen" nach außen und setzt sich zusammen aus fünf Religionsgemeinschaften: Judentum, Christentum, Islam, Alevitentum und Buddhismus.