München, Nürnberg (epd). Nach dem völkerrechtlich umstrittenen US-Militärschlag gegen Venezuela rufen Initiativen in Bayern zu Demonstrationen auf. In Nürnberg soll es am Sonntag um 17 Uhr unter dem Motto "Frieden und Freiheit für Venezuela" eine Kundgebung auf dem Kornmarkt geben. Zu den Veranstaltern gehören der Deutsche Gewerkschaftsbund Mittelfranken, das Friedensforum Nürnberg, die Linken und die Grünen. Sprechen wird unter anderem der evangelische Pfarrer Thomas Zeitler.
"Mit der Kundgebung setzen wir ein öffentliches Zeichen für Frieden, für die Souveränität Venezuelas und für die Solidarität mit den Menschen vor Ort", heißt es in der Ankündigung. Der völkerrechtswidrige Angriff der US-Truppen auf Venezuela bringe Leid und Zerstörung über die Menschen in der Region. "Dem setzen wir als Nürnberger Stadtgesellschaft unser klares Bekenntnis zu Frieden, Menschenrechten und internationalem Recht entgegen."
Kundgebung auch auf dem Münchner Odeonsplatz
In München ist um 15 Uhr auf dem Odeonsplatz eine Kundgebung unter dem Motto "Nein zur Intervention! Venezuela ist nicht allein!" geplant. 16 Organisationen rufen zur Demonstration auf, unter ihnen viele linke Initiativen, unter anderem das "Ökumenische Büro für Frieden und Gerechtigkeit".
Die USA hatten Venezuela in der Nacht zum Samstag angegriffen, Präsident Nicolás Maduro wurde festgesetzt und außer Landes gebracht. Der 63-Jährige, der das Land seit 2013 zunehmend autoritär regiert hatte, soll in den USA wegen Terrorismus und Drogenhandels vor Gericht gestellt werden. US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach mit einem Militärschlag gegen Venezuela gedroht und begründete das mit der Bekämpfung des Drogenhandels.
Merz: Maduro hat sein Land ins Verderben geführt
Europäische Politiker zeigten sich zurückhaltend, verwiesen aber auf das Völkerrecht. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schrieb auf X, dass die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes komplex sei. Eine konkrete Bewertung vermied er. Über den gestürzten Präsidenten Maduro sagte er, dass dieser sein Land ins Verderben geführt habe. "Die letzte Wahl wurde gefälscht. Die Präsidentschaft haben wir - wie viele andere Staaten auf der Welt - daher nicht anerkannt."