Nürnberg (epd). Eine neue Fachstelle im Nürnberger Jugendamt will Jugendlichen den Zugang zu internationalen Begegnungen und Austauschprogrammen erleichtern. Die Stelle solle als Modellprojekt für Bayern dienen, teilte die Stiftung Jugendaustausch Bayern am Donnerstag in München mit. Das Konzept, das auch neue Finanzierungsmöglichkeiten vorsehe, könne andere Kommunen "zur Entwicklung eigener Internationalisierungsstrategien anregen".

"Internationale Begegnungen bereichern das Leben, doch nicht alle Jugendliche erhalten die Chance, sie zu erleben", sagte Benjamin Dippold, der im Jugendamt die Fachstelle aufbaut. Der Sozialpädagoge koordiniert die internationalen Aktivitäten von mehr als 30 Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Ziel sei es, vor allem Jugendliche ohne Zugang zu Austauschprogrammen für Auslandserfahrungen zu begeistern.

Für viele Jugendliche gibt es keine Angebote und Unterstützung

Für viele junge Menschen hänge die Möglichkeit, ins Ausland zu gehen, stark vom Angebot ihrer Schule oder der Unterstützung im Elternhaus ab. In Jugendtreffs, Kinder- und Jugendhäusern, mobilen Angeboten sowie Streetwork werden laut Dippold junge Menschen erreicht, die diese Chance nicht haben. "Das wollen wir ändern und Auslandserfahrungen für alle zugänglich machen", sagte er.

Die Fachstelle plane Projekte, begleite die Einrichtungen bei der Durchführung und qualifiziere Fachkräfte für die internationale Jugendarbeit. Sie werbe weitere Fördermittel - vor allem EU-Gelder - ein, zudem sollen Unternehmen als Partner gewonnen werden. Geplant ist ein Modellbeirat mit Vertretern aus Zivilgesellschaft und Wirtschaft, der neue Perspektiven entwickeln soll. So könnten etwa Betriebe durch internationale Angebote für Azubis attraktiver werden.

Das Modellprojekt läuft zunächst zwei Jahre und wird von der Stiftung Jugendaustausch Bayern kofinanziert. Die Stiftung mit Sitz in München setzt sich laut Mitteilung dafür ein, jedem jungen Menschen in Bayern einen internationalen Austausch zu ermöglichen. Gegründet wurde sie 2021 von der bayerischen Staatsregierung.