Passau, Wien (epd). Der österreichische Wirtschaftsforscher Gabriel Felbermayr rechnet für das kommende Jahr mit einer Stagnation oder einem Rückgang des Welthandels. Im Interview mit der "Mediengruppe Bayern" (Mittwochsausgabe) sagte der Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO), US-Präsident Donald Trump habe die handelspolitische Unsicherheit "auf nie gesehene Rekordhöhen" getrieben. Die USA hätten sich aus dem regelbasierten Welthandelssystem zurückgezogen und damit weltweit Protektionismus befördert. Bereits jetzt seien Bremsspuren im Handel mit den USA sichtbar, während der globale Warenverkehr bislang stabil geblieben sei.

Für die deutsche Wirtschaft erwartet Felbermayr negative Effekte, vor allem in der Stahl- und Aluminiumindustrie. Zölle und ein starker Euro belasteten die Exporte, insgesamt könne das Bruttoinlandsprodukt um 0,2 Prozent sinken. Europa fehle bislang eine schlüssige Antwort auf die US-Handelspolitik, so der Forscher. Dringend nötig seien neue Abkommen und eine stärkere gemeinsame Strategie, um die Abhängigkeit von den USA zu verringern.