München (epd). Mit einem ökumenischen Gottesdienst begeht die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (AcK) in München am 14. September das Fest zu "Erhöhung des Heiligen Kreuzes". "Das Kreuz ist das Symbol, das alle christlichen Kirchen übergreifend verbindet", betonte der evangelische Stadtdekan und AcK-Vorsitzende Bernhard Liess im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das Fest der "Kreuzerhöhung", das an die Legende der Auffindung des Jesus-Kreuzes im Jahr 320 erinnern soll, spiele vor allem in den orthodoxen Kirchen eine besonders wichtige Rolle. "Aber auch für die evangelische Kirche ist die Frage entscheidend, was das Kreuz für uns bedeutet", sagte der Theologe. Der gemeinsame Gottesdienst solle "den Reichtum" christlicher Traditionen deutlich machen. Er findet bereits zum vierten Mal statt, Gastgeber ist diesmal die evangelische-lutherische Kreuzkirche Schwabing.
Liess verwies auf die einzigartige Vielfalt christlich-orthodoxer Kirchen in München. Ziel der AcK sei, der Stadtgesellschaft zu zeigen, "dass Kirche mehr ist als nur evangelisch und katholisch". Laut Statistischem Jahrbuch München seien knapp 70 Prozent der Bevölkerung konfessionslos - in dieser Zahl seien aber unter anderem Muslime und Angehörige weiterer christlicher Kirchen enthalten. "Das verstellt den Blick auf die Stärke des Christentums in der Metropolregion München", bedauerte Liess.
Zur AcK München gehören nach eigenen Angaben die orthodoxen Kirchen äthiopischer, armenischer, bulgarischer, griechischer, koptischer, rumänischer, russischer und serbischer Herkunft, sowie verschiedene evangelische und katholische Kirchen, die Anglikaner und die Heilsarmee.
Das "Fest der Erhöhung des Heiligen Kreuzes" spielt vor allem in der orthodoxen und der katholischen Kirche eine große Rolle. Es erinnert an die Legende, nach der die Heilige Helena am 14. September 320 das Kreuz, an dem Jesus hingerichtet worden war, in Jerusalem wieder aufgefunden haben soll. Helenas Sohn, der römische Kaiser Konstantin der Große (um 280-337), ließ daraufhin über den Orten der Kreuzigung und der Auferstehung Christi zwei miteinander verbundene Kirchen errichten, die am 13. September 335 geweiht wurden - heute steht dort die Grabeskirche in Jerusalem. Einen Tag nach der Einweihung, am 14. September 335, wurde dort die Kreuzreliquie ausgestellt. Daran erinnern die Kirchen seither am 14. September mit dem Fest der Kreuzerhöhung.