Nürnberg (epd). 65.000 Todesopfer hat der Krieg im Gazastreifen in den vergangenen zwei Jahren auf allen Seiten gekostet, schätzen Hilfsorganisationen, darunter zahllose palästinensische und israelische Kinder. Der Nürnberger evangelische Theologe Thomas Amberg will am Dienstag (7. Oktober) ab 9 Uhr vor dem Hauptportal der Nürnberger Lorenzkirche auf ihr Schicksal aufmerksam machen, wie er dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Mittwoch mitteilte.
Nach dem Vorbild des italienischen Bischofs Cardinal Matteo Zuppi, der in Bologna mehr als 12.000 Namen verlas, werde er zusammen mit anderen Sprecherinnen und Sprechern eine "öffentliche Klage" erheben. Voraussichtlich zehn Stunden lang werde man die Namen von Kindern verlesen, die seit dem 7. Oktober gewaltsam gestorben sind. Auch die Namen der israelischen Kinder, die unter den Opfern des 7. Oktobers waren, seien darunter.
"Wir wollen an die Namen erinnern, um jedes einzelne Kind zu ehren und der Namenlosigkeit zu entreißen", sagte Amberg: "Alle haben die gleiche Würde." Mit jedem Namen verbinde sich ein Leben, das sich nicht entfalten durfte, erklärte der Pfarrer und Islamwissenschaftler, der in Nürnberg das christlich-muslimische Begegnungszentrum "Brücke-Köprü" leitet. Etwa die Hälfte der 2,3 Millionen Menschen im Gazastreifen seien Kinder und Jugendliche.