München (epd). Vor betrügerischen Anrufen bei Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen warnt der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Thomas Zöller (Freie Wähler). Aktuell komme es beispielsweise zu falschen Angeboten rund um Pflegehilfsmittelboxen oder Pflegekurse, teilte Zöller am Montag in München mit. Betrügerische Anrufer gäben sich als Mitarbeitende von Pflegeversicherungen oder dem Medizinischen Dienst Bayern aus und versprächen kostenlose Boxen oder Kurse.

Dabei werde beiläufig nach der Versicherungsnummer oder sonstigen Daten gefragt. Bei der Vermittlung der falschen Produkte würden Betroffenen dann aber Verträge untergeschoben, die mit teuren monatlichen Zahlungen gekoppelt seien oder bei denen die Betrüger nicht erbrachte Leistungen mit der Pflegekasse abrechneten, warnte der Pflegebeauftragte.

Verbraucherzentralen beraten zum Thema Trickanrufe

Leistungserbringer dürften Pflegebedürftige nicht telefonisch kontaktieren, um Pflegehilfsmittel zu bewerben oder Pflegeleistungen aufzudrängen, so Zöller. Ein erster Kontakt müsse immer vom Pflegebedürftigen selbst oder seinen Angehörigen ausgehen. Bei Fragen zu Pflegehilfsmitteln sollten Betroffene sich zunächst an ihre eigene Pflegeversicherung oder den Medizinischen Dienst Bayern wenden. Auch Pflegestützpunkte böten eine sehr gute Beratung an.

Hilfreiche Informationen zu Trickanrufen gebe es bei den Verbraucherzentralen - auch, wenn man bereits Opfer eines solchen Anrufs geworden sei. Wichtig sei immer, keine persönlichen Informationen am Telefon weiterzugeben und sich nicht unter Druck setzen zu lassen. "Legen Sie im Zweifel einfach auf! Fragen Sie bei Bedarf bei Ihrer richtigen Versicherung oder der Polizei nach", riet Zöller.