Regensburg (epd). Am 25. Februar 1623, genau vor 400 Jahren, hat ein politischer Krimi im Regensburger Bischofshof sein vorläufiges Ende gefunden: Herzog Maximilian von Bayern wurde in feierlichen Zeremoniell zum Kurfürsten ernannt. Der Kaiser persönlich überreichte ihm Kurhut und Hermelinmantel, Maximilian leistete den Treueeid und küsste das Reichsschwert, heißt es in einer Mitteilung des Hauses der Bayerischen Geschichte am Donnerstag in Regensburg. In der bayerischen-tschechischen Landesausstellung "Barock! Bayern und Böhmen", die vom 10. Mai an zuerst in Regensburg zu sehen sein wird, geht es unter anderem um die herausragende Geschichte Maximilians von Bayern.
Seit er 1593 Herzog von Bayern geworden war, habe er mit aller Kraft für dieses Ziel gearbeitet. Innerhalb weniger Jahre machte er aus dem heruntergewirtschafteten Herzogtum Bayern "einen der modernsten und bestorganisiertesten Staaten der christlichen Welt", heißt es weiter. Rücksichtslos habe sich der Herzog mit dem Bischof von Passau und sogar mit dem Erzbischof von Salzburg angelegt und deren Untertanen den lukrativen Salzhandel entzogen. Ostbayerischen Adeligen nahm er das Weißbiermonopol.
Auf diese Weise vervielfachte Maximilian seine Staatseinnahmen. So habe er sich ein schlagkräftiges Heer leisten können, das 1620 in Böhmen einfiel und dem Habsburger Kaiser das reiche Land zurückeroberte. Seinen Untertanen sei im Laufe des Dreißigjährigen Kriegs die Freude über den Aufstieg Bayerns und seines Herrschergeschlechts aber vergangen. In den 1630er- und dann noch einmal in den 1640er Jahren verheerten Schweden und Franzosen das Land. Besonders betroffen war die Oberpfalz. "Man geht heute davon aus, dass über die Hälfte der Einwohnerschaft Krieg und Seuchen zum Opfer fiel. Ganze Ortschaften waren entvölkert und wurden teilweise auch nicht mehr wiederbesiedelt", heißt es in der Mitteilung des Hauses der Bayerischen Geschichte. Die Ausstellung ist bis zum 3. Oktober zu sehen.