München (epd). Einen Hilferuf zum Thema Flüchtlingsunterbringung hat der Präsident des Bayerischen Landkreistags, Thomas Karmasin, gesendet. "Im Moment sind wir völlig ausgelastet mit den Menschen, die sich so an uns wenden", sagte Karmasin am Freitag im Interview mit der Bayern2 radioWelt. Er forderte die Bundesregierung auf, "nicht noch zusätzlich auf Akquise zu gehen" und aus Afghanistan Menschen zu holen oder Italien Hilfen zu versprechen. Vielmehr müsse der Zuzug von Flüchtlingen aufgrund des fehlenden Wohnraums begrenzt werden.
Die Situation sei bei der Flüchtlingsunterbringung "völlig angespannt", sagte Karmasin, der auch Landrat im Landkreis Fürstenfeldbruck ist. Man könne keine Unterkünfte mehr akquirieren und habe deshalb bereits Zelte aufgestellt. "Wir sind völlig am Ende. Jede normale Maßnahme, die Menschen unterzubringen, ist gescheitert", erklärte der Politiker.
Wegen der langen Verfahren sei eine Wohnungsbauoffensive "keine kurzfristige Lösung". Zudem dürften Gemeinden selbst entscheiden, ob und wo sie Bauland ausweisen. Viele "wollen das halt nicht", sagte Karmasin. Obwohl "natürlich" neue Wohnungen gebraucht würden, signalisierte er Verständnis für Kommunen, die "nicht alles verdichten, zubauen und versiegeln" wollten.