München, Eichstätt (epd). Am Münchner Landgericht beginnt Anfang Januar der Prozess gegen zwei Angeklagte im Finanzskandal des Bistums Eichstätt. Wie der Ingolstädter "Donaukurier" in seiner Ausgabe vom Montag schreibt, hat die 10. Strafkammer zunächst 39 Verhandlungstage angesetzt. Erster Verhandlungstag soll am 8. Januar 2026 sein.

Zwischen 2014 und 2016 sind im Bistum Eichstätt dubiose Finanzgeschäfte mit Kirchengeldern getätigt worden, die einen Verlust von rund 60 Millionen US-Dollar zur Folge hatten. Der ehemalige Vize-Finanzdirektor und ein Immobilienentwickler seien in mehreren Fällen der Untreue und der Bestechlichkeit angeklagt, so der "Donaukurier".

Verluste bei US-Immobiliengeschäften

Die ungesicherten Darlehen waren im Zuge einer "Transparenzoffensive" in der Diözese 2019 ans Licht gekommen. Externe Wirtschaftsprüfer hatten entdeckt, dass sie ein leitender Mitarbeiter des Bistums mithilfe von Projektentwicklern und einem Mittelsmann getätigt hatte. Der unabhängige Prüfbericht stellte fest, dass ein langjähriges "System Eichstätt" die verlustreichen US-Immobiliengeschäfte erst ermöglicht hatte. Ein "ausgeprägter Klerikalismus" sei eine Mitursache für die Taten des früheren stellvertretenden Finanzdirektors der Diözese und seines US-Geschäftspartners gewesen.

Ein enger Zirkel hochrangiger Kleriker, der in Finanzfragen fachlich inkompetent gewesen sei, habe sämtliche Macht- und Schaltstellen besetzt und sich selbst kontrolliert. Inzwischen sind den Angaben nach rund 32 Millionen Dollar zurückgeflossen.