Zum Reformationsfest am 31. Oktober finden an vielen Orten Bayerns evangelische Gottesdienste statt. Die evangelischen Kirchen erinnern damit an den Thesenanschlag Martin Luthers, der als die Geburtsstunde der Reformation gilt.
Bereits am 25. Oktober von 10 bis 11 Uhr überträgt das BR Fernsehen einen Gottesdienst mit dem bayerischen Landesbischof Christian Kopp und Jugendlichen aus der Kirche St. Stephan in Lindau.
BR überträgt Gottesdienst mit Landesbischof Kopp und Jugendlichen
Unter dem Leitwort "Das Wort sie sollen lassen stahn" geht es um die Kraft von Sprache und um Themen, die junge Menschen beschäftigen, darunter Klimaschutz, Wehrdienst, Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt. "Die Zukunft junger Menschen darf nicht von Angst bestimmt sein", sagte Kopp laut Mitteilung. Das Leitwort stammt aus Martin Luthers Lied "Ein feste Burg ist unser Gott". Der Gottesdienst greife auch die Verantwortung im Umgang mit Sprache auf. Ein digitales Liedblatt zum Mitsingen gibt es unter liedblatt.online.
Der zentrale Reformationsgottesdienst des Dekanats Nürnberg findet um 19 Uhr in der Kirche St. Sebald statt. Festredner zum Thema "Evangelisch. Wozu?" ist Professor Wolfgang Simon von der Augustana Hochschule in Neuendettelsau. "Ganz offensichtlich antwortet die evangelische Kirche auf Fragen, die sich viele Menschen gar nicht stellen", heißt es in der Ankündigung. "Wozu braucht es dann die Kirche noch?" Simon werde in seinem Vortrag keine Patentlösungen bieten, aber gute Gründe für die "Option Christentum" nennen.
Auch die schon in den vergangenen Jahren veranstaltete "Gruselkirche" findet wieder um 17 Uhr in der Melanchthonkirche statt. Das Motto "Mit Luther gegen die Angst" soll laut der Nürnberger Pfarrerin Tia Pelz beide Feste zusammenbringen. Der Tenor: "Mit Gott an der Seite gruselt man sich nur, weil man es will." Einen weiteren Gruselgottesdienst gibt es in der unterfränkischen Kirchengemeinde Aubstadt um 17 Uhr in der Johanneskirche.
Bornowski in Würzburg: "Fürchtet euch nicht"
In Würzburg predigt in der evangelischen Dekanatskirche St. Stephan ab 10 Uhr die Ansbach-Würzburger Regionalbischöfin Gisela Bornowski. "Fürchtet euch nicht" heiße es dreimal im Wort zum Reformationsfest, sagte Bornowski. Wenn die Gottesdienstgemeinde dann noch Luthers bekanntestes Lied "Ein feste Burg ist unser Gott" singe, werde das Reformationsfest zu einer gewaltigen Ermutigung, Furcht und Angst zu überwinden. Der Theologische Abend widmet sich einem hochaktuellen Thema: "Krieg und Frieden - und die Kirche", im Zentrum stehe der Vortrag von Dekan Wenrich Slenczka über seinen jüngsten Besuch in der Ukraine.
Der Regionalbischof im Kirchenkreis Schwaben-Altbayern, Thomas Prieto Peral, predigt zum Reformationsfest um 16 Uhr in der Emmauskirche in München-Harlaching, die jetzt wiedereröffnet wurde. Synodalpräsidentin Tanja Keller spricht um 19 Uhr in der Christuskirche in Landshut. Inspiriert vom Mut des Reformators Martin Luther und frei nach Martin Luther Kings "I have a Dream" wage sie einen Blick in die Zukunft der Kirche, hieß es.
Bedford-Strohm spricht in Passau über Menschenrechte
"Gelebte Menschenrechte" ist das Thema der Kanzelrede des früheren bayerischen Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm am 31. Oktober um 19 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Matthäus in Passau. Das Dekanat Augsburg lädt um 19 Uhr zum Theologischen Abend in die St. Anna Kirche in Augsburg ein. Zum Thema "Franz von Assisi: Beginne damit, das Nötige zu tun!" referiert Schwester Nicole Grochowina von der Christusbruderschaft Selbitz.
Die Kieler Universitätsprofessorin Uta Pohl-Patalong hält am 31. Oktober um 19 Uhr einen Festvortrag in der Dreieinigkeitskirche in Regensburg. Sie befasst sich mit den Chancen, die in den gegenwärtigen Reformprozessen der Kirche liegen und fragt, wie kirchliches Leben vor Ort zukunftsfähig bleiben kann. Der Regionalbischof im Kirchenkreis Schwaben-Altbayern, Klaus Stiegler, predigt am 31. Oktober um 17 Uhr in der Apostelkirche in Miesbach.
Am Reformationstag erinnern die evangelischen Kirchen an den Thesenanschlag Martin Luthers. Der Theologe soll am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen zur Reformation an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt haben. Darin forderte er die Abkehr vom Ablasshandel, mit dem sich Gläubige von ihren Sünden loskaufen konnten. Dieser Thesenanschlag gilt als die Geburtsstunde der Reformation.