Regensburg (epd). Das Regensburger Schottenportal ist sanierungsbedürftig. Eine schwarze Gipskruste auf dem Kunstwerk von europäischem Rang ist unübersehbar. Um das Portal vor schädlichen Umwelteinflüssen zu schützen, ließ das Bistum Regensburg im Jahr 2000 eine Vorhalle aus Glas, Stahl und Beton errichten. Ob das dem an Figuren und Skulpturen reichen Bauwerk genützt oder geschadet hat, dieser Frage geht aktuell ein Team aus Restauratoren nach. Zudem soll das Portal langfristig gesichert werden. Erste Erkenntnisse einer Voruntersuchung hat das Bistum Regensburg am Freitag vorgestellt.
Derzeit liefen mehrere Voruntersuchungen, in die auch das Klimamonitoring für die Vorhalle von 2022 bis 2024 eingegangen sei, sagte der Bischöfliche Baudirektor Paul Höschl. Demnach habe die Vorhalle die Bausubstanz nicht geschädigt, sondern geschützt. Rund 80 Prozent der schädlichen Umwelteinflüsse wie sauerer Regen und Feinstaub seien durch den Schutzbau ferngehalten worden, sagte Rupert Utz von der Restaurierungsfirma ProDenkmal, die seit Juni die Untersuchungen durchführt.
Obwohl die Schadensdynamik durch die Vorhalle auf ein "sehr geringes Maß" reduziert werden konnte, seien Nachbesserungen notwendig. Das Restauratorenteam wolle herausfinden, welche Schadensprozesse weiterlaufen, wo diese zu verorten sind und wie sie aufgelöst werden können. Vor allem gehe es dabei auch um die schwarze Kruste, die auf dem Denkmal liegt. "Wie bewegt sie sich und welche Auslöser hat es", sagte Utz.
Nach der Einhausung im Jahr 2000 habe es keinen Gesundheitscheck mehr für das Schottenportal gegeben, sagte Michael Schmidt vom Landesamt für Denkmalpflege. Nach einer Generation solle jetzt wieder eine "Diagnose und Therapie" erfolgen. Zu den Maßnahmen im Einzelnen könne noch nichts gesagt werden. Erste Erkenntnisse will das Restauratorenteam bis Ende des Jahres vorlegen, um das Denkmal "langfristig konservatorisch" zu sichern.
Diözesankonservatorin Maria Baumann zeigte sich "erleichtert, dass die Vorhalle grundsätzlich ihren Zweck erfüllt hat", damit auch künftige Generationen die "großartigen Bilder mit ihren Geheimnissen" noch lesen können. Das Schottenportal ist 15 Meter breit und neun Meter hoch. Im Zentrum zeigt es das Jüngste Gericht mit der Halbfigur Jesus Christus zwischen Jakobus und Johannes. An den Seitenflächen hat es Tiergestalten, Mischwesen und menschliche Gestalten. Es existierten bis heute zahlreiche Ausdeutungen des ikonografischen Bildprogramms, das die Mönche sich vor mehr als 800 Jahren erdacht haben, sagte Diözesankonservatorin Maria Baumann. Welche gültig ist, könne bis heute nicht abschließend geklärt werden.
,