München, Berlin (epd). Die Menschen in Bayern bekommen eine ziemlich durchschnittliche Rente. Wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Rentenatlas der Deutschen Rentenversicherung Bund hervorgeht, erhalten alle in Bayern lebenden Rentnerinnen und Rentner im Durchschnitt 1.691 Euro Bruttorente - das entspricht nahezu genau dem bundesweiten Durchschnitt von 1.692 Euro. Diesen Wert erreichen die Rentnerinnen und Rentner in Bayern aber nur, weil die Männer mit 1.910 Euro über dem bundesweiten Durchschnitt von 1.892 Euro liegen.

Bei den Frauen sieht es in Bayern nämlich nicht so gut aus. Deren durchschnittliche Bruttorente lag Ende des vergangenen Jahres mit im Schnitt 1.410 Euro deutlich unter dem bundesweiten Schnitt von 1.459 Euro - und an vorletzter Stelle im Ranking der Bundesländer. Nur in Niedersachsen erhalten Rentnerinnen mit im Schnitt 1.394 Euro noch weniger, in Rheinland-Pfalz ist es mit 1.413 Euro ähnlich wenig. Die höchsten Renten erhalten Männer aus Baden-Württemberg (2.013 Euro), Nordrhein-Westfalen (2.005) und dem Saarland (2.002).

Späterer Renteneintritt

Die geringeren Unterschiede zwischen Männern und Frauen im Osten Deutschlands führt die Rentenversicherung darauf zurück, dass Frauen dort weniger oft teilzeitbeschäftigt als im Westen waren und die Einkommensunterschiede zwischen Geschlechtern im Osten geringer seien. Baden-Württemberg sei ein wirtschaftsstarkes, industrialisiertes Bundesland, und Nordrhein-Westfalen habe viele gutbezahlte Jobs im Bergbau zu bieten gehabt, was die hohen Renten in diesen Ländern erkläre.

Das Rentenzugangsalter stieg laut Rentenatlas von 64,4 Jahren im Jahr 2023 auf 64,7 Jahre im vergangenen Jahr. Hier gab es keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Frauen bezogen im vergangenen Jahr im Schnitt 22,1 Jahre lang Rente (plus 0,0 Jahre), Männer 18,9 Jahre (plus 0,1 Jahre).