Nürnberg (epd). Die Arkaden des Nürnberger Johannis-Friedhofs haben große Schäden und müssen restauriert werden. Mit einem "Baustellenfest" begeht die Friedhofsverwaltung am Freitag, 26. September (12 Uhr), auf dem Friedhof den Beginn der Arbeiten, teilte Pfarrer Ulrich Willmer als Vorsitzender der Friedhofsverwaltung mit. Nach mehr als zwei Jahren Vorbereitungen soll nun das Dachtragewerk erneuert und neu eingedeckt werden. Die Steinquader brauchen ebenso eine Restaurierung wie die drei verzierten Giebel (Wimperge).
Die Arkaden bilden die Grufthalle des berühmten Johannis-Friedhofs. Sie wurden im Jahr 1860 von dem Architekten Bernhard Solger errichtet. Sie bestehen aus 25 zum Friedhof offenen Spitzbögen im neugotischen Stil, gekrönt von den Wimpergen. In der Grufthalle ließen sich wohlhabende Bürgerfamilien Nürnbergs beisetzen. Bronzene Tafeln im Boden und Gedenktafeln an der Wand informieren über Geburts- und Sterbedaten. Zurzeit müssen die Arkaden mit Holzstützen vor einem möglichen Einsturz geschützt werden.
Der Johannis-Friedhof in Nürnberg erhält für die Restaurierung, deren Kosten auf 1,7 Millionen Euro geschätzt werden, 700.000 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes. Mit der Förderung werde der Friedhof als national bedeutsames Kulturdenkmal gewürdigt, hieß es. 500.000 Euro steuert nach Angaben des Pfarrers die Nürnberger Schöller-Stiftung bei. Die Stifter, das Unternehmerehepaar Theo (1917-2004) und Friedl Schöller (1924-2014), liegen auf dem Johannis-Friedhof begraben. Geld kommt auch vom Landesamt für Denkmalschutz.
Der 500 Jahre alte Nürnberger Friedhof St. Johannis ist geprägt von den einheitlich großen liegenden Sandsteinen. Auf sehr vielen ist noch der metallene Grabschmuck, die typischen Epitaphien, zu finden. 6.500 Grabstätten befinden sich heute nach zahlreichen Erweiterungen auf dem Johannis-Friedhof. Hier fand auch der Künstler Albrecht Dürer (1471-1528) seine letzte Ruhe.