München (epd). Die bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) ist überzeugt, dass die Teilhabe von behinderten Menschen in Bayern selbstverständlicher geworden ist. Die Ministerin räumte ein, dass das gesteckte Ziel, Bayern bis zum Jahr 2023 barrierefrei zu machen, zu ehrgeizig gewesen sei. "Aber in der Bewusstseinsbildung sind wir sehr weit gekommen", so Scharf nach dem Bericht des bayerischen Behindertenbeauftragten Holger Kiesel am Montag im bayerischen Kabinett. Die Chancengleichheit für Menschen mit Behinderung sei im Freistaat ein zentrales Thema, denn rund zwölf Prozent der Bevölkerung hätten eine Behinderung, sagte Scharf.

4,85 Milliarden Euro würden jährlich in die Behindertenhilfe investiert, erläuterte sie. Der größte Bereich seien die 3,38 Milliarden Euro Eingliederungshilfe, die über die Bezirke an Einrichtungen und für Hilfen bezahlt würden. Scharf wies aber auch auf das Programm "BÜWA" hin. 140 Millionen Euro würden pro Jahr für den Übergang von Mitarbeitenden von Werkstätten in den allgemeinen Arbeitsmarkt investiert.

Zukünftige Aufgabe ist laut Scharf die Schaffung digitaler Barrierefreiheit. Mit ihr könnten sowohl Menschen mit Behinderung als auch ältere Menschen unterstützt werden, die im Umgang mit digitalen Anwendungen ungeübt seien. Mit "Hochdruck" führe man Leichte Sprache auf den Websites der Staatsregierung ein. Mit Blick auf die Landtagswahlen am 8. Oktober kündigte die Ministerin an, dass die Wahllokale alle barrierefrei sein sollen und Wahlunterlagen für alle verständlich ohne Hürden formuliert werden.