Stuttgart, München (epd). Bayerische und baden-württembergische Landkreise haben das vom Bundeskabinett beschlossene Sparpaket scharf kritisiert. In einer am Mittwoch verbreiteten Erklärung warnen sie davor, dass durch die Einsparungen die Krankenhäuser im Süden finanziell stark belastet werden und die medizinische Versorgung vor Ort gefährdet sei.

Die Präsidenten der Landkreistage beider Bundesländer, Achim Brötel (Baden-Württemberg) und Thomas Karmasin (Bayern), fordern eine gerechtere Finanzierung, die höhere Kosten für Personal und Energie sowie eine effiziente Krankenhausstruktur berücksichtigt. Sie sehen das Sparpaket als einen "kalten Strukturwandel" ohne echte Entlastung für die Kommunen.

Das Paket sieht Einsparungen von 1,8 Milliarden Euro bei den Kliniken vor, um Beitragserhöhungen bei der Krankenversicherung zu verhindern. Krankenhäuser und Landkreise befürchten jedoch, dass die Maßnahmen zu steigenden Defiziten, Klinikschließungen und Verschlechterungen der Patientenversorgung führen könnten. Statt kurzfristiger Sparmaßnahmen fordern sie "eine verlässliche und faire Finanzierung der Gesundheitsversorgung", hieß es.