München (epd). Der Schauspieler und Oscar-Preisträger Christoph Waltz geht hart mit der Streaming-Industrie ins Gericht. Statt Kreativität und Qualität zu fördern, habe sich die Branche dem Publikum in den vergangenen Jahren nur auf den Schoß geschmissen - wie "Drogenhändler und Pornografen", sagte Waltz der "Süddeutschen Zeitung" (Samstag). Die Streaming-Industrie sei getrieben vom Aktienkurs, es herrsche die bedingungslose Unterordnung unter die ökonomischen Erwartungen.

Das Geschäftsmodell sei so sehr auf Algorithmen, Quantität und das Messbare fixiert, "dass die Teile des Gehirns, in denen Kreative ehedem ihr Qualitätsbewusstsein vermuteten", regelrecht eingetrocknet seien, sagte der 66-Jährige. So entstünden Filme oder Serien "voller uneigentlicher Geschichten, uneigentlichem Sprechen, uneigentlichen Bildern, unterlegt mit seifiger, uneigentlicher Musik". Der zweifache Oscar-Preisträger spielt in der neuen Amazon-Prime-Serie "The Consultant" einen Unternehmensberater.