Nürnberg, Göttingen (epd). Die Berliner Schriftstellerin Annett Gröschner erhält den diesjährigen Evangelischen Buchpreis für ihren Roman "Schwebende Lasten". Die Autorin beschreibe darin fast ein Jahrhundert deutscher Geschichte entlang des Lebens der Magdeburger Arbeiterin Hanna, teilte das Evangelische Literaturportal (Eliport) am Mittwoch mit. Der Evangelische Buchpreis wird seit 1979 vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am 20. Mai im Nürnberger Heilig-Geist-Saal statt.

Laut Jury liegt die politische Kraft des Romans "Schwebende Lasten" darin, dass die Hauptfigur ihre Entscheidungen nicht aus ideologischen Gründen trifft, sondern sich dabei "von Menschlichkeit und Anstand" leiten lässt. Gröschner zeige, "dass Geschichte nicht nur von Parolen, Systemen und Machtverhältnissen geprägt wird, sondern von vielen unsichtbaren Entscheidungen gewöhnlicher Menschen". Hanna stehe somit für unzählige andere Frauen, die sonst keine Stimme erhalten.

"Moskauer Eis" und "Walpurgistag"

Annett Gröschner wurde 1964 in Magdeburg geboren und lebt seit 1983 in Berlin. "Schwebende Lasten" erschien im vergangenen Jahr im Verlag C.H.Beck. Bekannt wurde Gröschner mit ihren Romanen "Moskauer Eis" (2000) und "Walpurgistag" (2011). Im vergangenen Jahr veröffentlichte sie gemeinsam mit zwei weiteren Autorinnen das Buch "Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat".