München (epd). Für rund 1,76 Millionen Schülerinnen und Schüler in Bayern beginnt am Dienstag (17.09.) der Unterricht - das sind rund 46.000 Schüler mehr als im vergangenen Schuljahr. In die erste Klasse kommen heuer rund 132.000 Schüler, wie das bayerische Kultusministerium am Freitag in München mitteilte. Laut Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) wird es im neuen Schuljahr zudem einige Neuerungen geben: "Wir setzen auf mehr Bewegung, mehr Medienkompetenz, mehr Chancengleichheit, mehr politische Bildung und weniger Bürokratie", sagte sie.
So will Stolz eine Strategie der "Digitalisierung mit Konzept und Augenmaß" verfolgen. Dazu gehört, dass in Grundschulen maximal 20 Minuten am Stück mit einem digitalen Gerät gearbeitet werden soll. Die Basiskompetenzen sollen wieder stärker im Vordergrund stehen: "Lesen, Schreiben und Rechnen." Zudem soll es an allen Grundschulen eine verpflichtende "Bewegungs-Halbestunde" geben.
Um die Medienkompetenz zu stärken, wird laut der Ministerin an Grundschulen und in den 5. bis 8. Klassen ein "digitalkompass.schule" eingeführt. Dabei sollen die Schüler in drei Modulen den Umgang mit Tablets, mit Künstlicher Intelligenz und mit sozialen Medien lernen.
Zudem gibt es unter den mehr als 6.000 Schulen im Freistaat mehr Einrichtungen mit besonderen Profil. Die Zahl der Schulen, die aufgrund ihres Sozialindex von der "Startchancen"-Förderung profitieren, steigt auf 580. Die Zahl der Profilschulen "Inklusion" wächst um 42 auf dann knapp 550. Bei den "Sport-Grundschulen" kommen 200 neu hinzu, bei den "Musikbegeisterten Grundschulen" 100.
Für die Integration werden neue Deutschklassen mit Schwerpunkt "Alphabetisierung" unabhängig von der Schulart eingerichtet. Sie richten sich zunächst als Modellprojekt an einigen Standorten vor allem an Kinder und Jugendliche, die ohne Schulerfahrung nach Deutschland kommen.
Zum neuen Schuljahr wurden laut Ministerium 1.300 Lehrerstellen neu geschaffen. Hinzu kommen 600 Stellen für multiprofessionelle Kräfte, etwa in den Bereichen pädagogische Unterstützung und Schulverwaltung. Die Zahl der Referendare wachse leicht auf 4.200. Zudem gebe es rund 570 Quereinsteiger, die ebenfalls in den Vorbereitungsdienst starten.
Ein "besonderes Augenmerk" liege heuer auf dem Gymnasium, wo durch die zusätzliche 13. Jahrgangsstufe die Schülerzahlen um knapp 30.000 ansteigen, hieß es. "Zusätzlich" ist die 13. Klasse aufgrund des Wechsels vom acht- auf das neunjährige Gymnasium: Der erste G9-Jahrgang macht 2026 sein Abitur.