München (epd). Die Senioren-Union der CSU hat Vorschläge für ein verpflichtendes soziales Jahr für Rentner scharf kritisiert. Die jetzigen Rentnerinnen und Rentner hätten "eine unschätzbare Aufbauleistung für unsere Gesellschaft, unseren Staat und unsere Wirtschaft erbracht", sagte der Landesvorsitzende der Senioren-Union, Franz Meyer, in einer Mitteilung der CSU am Montag.
Die Idee, ältere Menschen für ein soziales Jahr zu verpflichten, sei "unvorstellbar und schädlich." Die heutige Gesellschaft könnte ohne freiwillige Leistungen der älteren Generation nicht bestehen. "In kirchlichen und sozialen Einrichtungen wie Nachbarschaftshilfen, in allen Vereinen und Kultureinrichtungen sind ältere Menschen ehrenamtlich im Einsatz." Dieses Engagement müsse gefördert werden.
Meyer sagte weiter, es dürfe nicht vergessen werden, dass die, die jetzt ins Rentenalter kommen, "unschätzbare Dienste" bei der Pflege und Betreuung ihrer Angehörigen leisteten. Würden die älteren Mitbürger nicht ihre Angehörigen versorgen, müsste der Staat Milliarden ausgeben.
Der Wirtschaftswissenschaftler Marcel Fratzscher hatte sich in einem Interview mit dem "Spiegel" für ein "verpflichtendes soziales Jahr für alle Rentnerinnen und Rentner" ausgesprochen.