München, Würzburg (epd). Rund um viele bayerische Schlösser, Burgen und Residenzen gilt eine Bannmeile für Feuerwerk. Wie die Bayerische Schlösserverwaltung mitteilte, dürfen in diesen und rings um diese Anlagen in der Silvesternacht keine Feuerwerkskörper oder sonstige Pyrotechnik abgebrannt werden. "Raketen, Böller und Funkenflug" sowie chinesische Himmelslaternen führten zu erhöhter Brandgefahr. Sie gefährdeten historische Gebäude erheblich und seien deshalb verboten. Viele Parks stünden zudem unter Naturschutz.

Feuerwerk und Böller seien aber nicht nur für die historischen Gebäude problematisch, sondern auch für die in den Parkanlagen lebenden Wildtiere. "Lärm, Lichtblitze und Rauchentwicklung durch Feuerwerk" führten bei den Tieren zu erheblichem Stress, Desorientierung und Fluchtreaktionen. Die Schlösserverwaltung bittet auch darum, dass die Besucher der in der Silvesternacht geöffneten Anlagen ihren Müll wieder mitnehmen. "Jedes Jahr verletzen sich Menschen und Tiere an den Scherben aus der Silvesternacht", hieß es weiter.

Kaiserburg, Rosengarten und Festung Marienberg geschlossen

Wegen der großen Brandgefahr seien einige Schlossplätze und Anlagen in der Silvesternacht ganz gesperrt. Betroffen davon sind beispielsweise der Innenhof der Kaiserburg Nürnberg, der Rosengarten Bamberg, der Schlossplatz in Dachau, die gesamte Burganlage der Cadolzburg, die Festung Marienberg in Würzburg sowie der Residenzplatz vor der Würzburger Residenz. Die Zugänge zur Eichstätter Willibaldsburg sind bereits ab dem Abend des 30. Dezember geschlossen und bleiben dies auch bis einschließlich 1. Januar.

Unterdessen hat die Uniklinik Würzburg zu einem bewussteren Umgang mit Feuerwerk und Alkohol in der Silvesternacht gemahnt. Es sollte immer nur zugelassenes Feuerwerk verwendet und auch mit diesem besonders umsichtig umgegangen werden, teilte die Uniklinik am Sonntag mit. Das Ärzte-Team empfiehlt, Blindgänger nicht erneut anzuzünden, sich nicht über abgebranntes Feuerwerk zu beugen, am besten einen Gehörschutz zu tragen - und auf keinen Fall Alkoholkonsum und Feuerwerk zu kombinieren.

Tipp: Nicht betrunken Feuerwerk zünden

Man stelle sich in der Silvesternacht dennoch auf ein erhöhtes Patientenaufkommen in den Unikliniken ein, teilte die Klinikleitung mit. In mehreren Kliniken werde zusätzliches pflegerisches und ärztliches Personal im Einsatz sein. In den vergangenen Jahren seien zahlreiche Patientinnen und Patienten behandelt worden, die sich mit Feuerwerk verletzt, sich Sektkorken ins Auge geknallt oder die sich nach übermäßigem Alkohol bei einem Sturz verletzt hatten. Auch Knalltraumata müssten regelmäßig behandelt werden.

Der Ärztliche Direktor der Uniklinik, Professor Tim J. von Oertzen, dankte schon vorab den Mitarbeitenden, die an Silvester Dienst tun: "Wir wünschen allen Würzburgerinnen und Würzburgern einen guten Beschluss und ein schönes Silvesterfest." Zugleich wolle man für die Gefahren sensibilisieren. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Feuerwerk und Alkohol schütze nicht nur einen selbst, sondern auch die Mitmenschen und entlaste durch weniger Patienten die Rettungsdienste und die Notaufnahmen, mahnte von Oertzen.

Das Abbrennen von Pyrotechnik in der Nähe von Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen, Kirchen oder brandempfindlichen Gebäuden wie etwa Fachwerkhäusern ist übrigens bundesweit und ganzjährig verboten.