München (epd). Über den Rängen des Olympiastadions von 1972 haben der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) für die neuerliche Olympiabewerbung der Landeshauptstadt geworben. München habe bei Sportevents in der Vergangenheit bewiesen, dass es "emotionale Großereignisse organisieren kann", sagte Reiter am Dienstag bei einer Pressekonferenz unter dem ikonischen Zeltdach des Stadions.
Die Sommerspiele erneut auszurichten, könne der Stadt in den Bereichen Wohnen und Nahverkehr einen neuen "Push" bringen. Zudem sei das Konzept, alle Austragungsorte und Unterkünfte im Radius von 30 Kilometern zu bündeln und nur drei temporäre Sportstätten neu zu bauen, einzigartig. "Jetzt müssen wir das Konzept an die Bevölkerung bringen und Herz und Seele streicheln, damit die Neinsager nicht gewinnen", sagte das Stadtoberhaupt mit Blick auf den Bürgerentscheid zur Olympiabewerbung, der am 26. Oktober stattfindet.
Auch Ministerpräsident Söder betonte, dass bereits 90 Prozent der Sportstätten zur Verfügung stünden und "wir nicht viel investieren müssen". Seit den Sommerspielen von Paris 2024 sei das Olympiafieber neu entfacht, auch München habe mit den Schlössern in Nymphenburg und Schleißheim "Traumkulissen" zu bieten. Der bayerische Sportminister Joachim Herrmann (CSU) bezeichnete Olympische Spiele als "Zeichen des Friedens" und als Einladung an die ganze Welt. Es gehe dabei nicht nur um Spitzen-, sondern auch um Breitensport: "Kinder brauchen Vorbilder, Begeisterung und Bewegung", so Herrmann. Die Münchnerinnen und Münchner hätten beim Bürgerentscheid die Chance, "heute zu entscheiden, wie stark und schön München in 20 Jahren sein wird".
Auch die Olympiasiegerin im Dressurreiten, Jessica von Bredow-Werndl, plädierte für Sommerspiele in München: "Der olympische Spirit ist mit nichts auf der Welt zu vergleichen." Um Kinder und Jugendliche von ihren Tablets und Smartphones wegzubringen, könne Sport die größte Motivation sein. "Wir brauchen nötiger denn je Vorbilder für die Jugend", so Bredow-Werndl. Auch der Paracyclist Michael Teuber attestierte Olympischen Spielen eine "enorme Wirkung für eine Stadt".
München will sich - wie auch Berlin, Hamburg und die Region Rhein-Ruhr - um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Grundidee des Münchner Konzepts sei, die Spiele zu einem Gemeinschaftserlebnis zu machen, "das gut ist für die Infrastruktur sowie für die wirtschaftliche Zukunft der Stadt und sich für alle dauerhaft lohnt", heißt es auf der Homepage für die Bewerbung. Am 26. Oktober können die Münchnerinnen und Münchner bei einem Bürgerentscheid darüber abstimmen, ob die Landeshauptstadt ihre Bewerbung beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) einreichen soll.